Slavoj Žižek: Was der Fall Epstein und Chomsky über den „Deep State“ verrät
Noam Chomsky und die Epstein-Akten: Wenn moralische Autorität zerbricht
Ich habe Noam Chomsky jahrelang interviewt und bewundert. Nun taucht sein Name in den Epstein-Files auf – mit Fotos, E-Mails und Aussagen, die sein politisches und moralisches Erbe infrage stellen. Ein persönlicher Abschied von einem Idol
Wie funktioniert Elite? Die Chomsky-Epstein-Korrespondenz ist das perfekte Beispiel
Noam Chomskys anhaltende Beziehung zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist nicht einfach ein moralisches Versagen. Es folgt der Logik der Eliten. Doch Vorsicht: Wer sie analysiert, verliert ein paar Illusionen
Entschuldigung: So erklärt Valeria Chomsky ihre „Nachlässigkeit“ gegenüber Epstein
Auch der linke Intellektuelle Noam Chomsky hatte engen Kontakt zu Jeffrey Epstein. Seine Frau Valeria Chomsky entschuldigte sich nun öffentlich für ihre „Fehleinschätzung“: Epstein habe sie getäuscht
Debatte : Slavoj Žižek: Was der Fall Epstein und Chomsky über den „Deep State“ verrät
Wer das Geflecht von Sexualität und Macht im Fall Epstein verstehen möchte, muss Freud und Lacan hervorholen. Der slowenische Philosoph Slavoj Žižek macht das für uns. Und kommt zu einer gewagten These über Noam Chomsky und den „Deep State“
Collage: der Freitag, Material: Getty, Picture Alliance, Wiki Commons
Sigmund Freuds Idee des „Urvaters“, die er in seinem Werk Totem und Tabu entwickelte, wird in der Regel belächelt – und das zu Recht, wenn wir sie als realistische anthropologische Hypothese betrachten. Sie besagt, dass zu Beginn der Menschheit die „Affenmenschen“ in Gruppen lebten, die von einem allmächtigen Vater dominiert wurden, der alle Frauen für seinen eigenen sexuellen (Miss-)Brauch beanspruchte. Nachdem sich die Söhne zusammengetan, rebelliert und den Vater getötet hatten, kehrte der tote Vater zurück, um sie als totemistische Figur symbolischer Autorität zu verfolgen, was Schuldgefühle hervorrief und das Verbot des Inzests auferlegte.
Was wäre aber, wenn wir die Dualität des „normalen“ Vaters und des Urvaters mit unbegrenztem Zugang zu inzestuöser Lust nicht als Tatsache der frühesten Menschheitsgeschichte lesen würden, sondern als libidinöse Tatsache, als Tatsache der „psychischen Realität“, die als obszöner Schatten die „normale“ väterliche Autorität begleitet und im dunklen Untergrund unbewusster Fantasien gedeiht?
Diese Fragen kommen auf, wenn ich mir die Enthüllungen rund um den Fall Epstein anschaue. Epstein agierte als Urvater, der ein Netzwerk organisierte, in dem (sexuell, finanziell, politisch) gegen grundlegende Regeln verstoßen wurde und alles erlaubt war. Es gibt zahlreiche Obszönitäten rund um diesen Fall – man denke nur an das Bild von Bill Clinton, der verführerisch auf einem Sofa liegt, eine Perücke trägt und ein feminines Kleid. Ich will keine Zeit damit verlieren, die Mischung aus sexuellen Orgien, dunklen Finanzspekulationen und politischen Spekulationen wieder aufzurollen. Ich denke auch, dass man keine Zeit damit verschwenden sollte, herauszufinden, welche Dimension in Epsteins Netzwerk die zentrale ist – die sexuelle, die politische oder die wirtschaftliche.
Denn genau in dieser Vermischung ist dieses Netzwerk ein klares Beispiel für das, was man üblicherweise als „Deep State“ bezeichnet: ein fast kommunistischer (im Sinne des Kommunismus für die Elite, natürlich) Schattenherrschaftsbereich, in dem illegale sexuelle Begegnungen zur finanziellen Bereicherung benutzt werden und diplomatische Geheimnisse auszutauschen, in dem die Erfüllung perverser sexueller Wünsche und die Bereitstellung vertraulicher Informationen Zeichen des Vertrauens und gleichzeitig Mittel zur diskreten Erpressung sind.
Dieser Bereich ist nicht nur insofern kommunistisch, als seine drei Dimensionen untrennbar miteinander verflochten sind, sondern auch insofern, als die offiziellen öffentlichen politischen Barrieren aufgehoben sind: In diesem Raum unterhalten sich Konservative mit „radikalen“ Linken wie Noam Chomsky; Trump-Populisten haben ungezwungenen Umgang mit den schärfsten Kritikern des US-Regimes – ganz im Sinne von „Schließlich sind wir doch Kollegen“. Ein solcher Raum, in dem politische Spaltungen aufgehoben sind, mit einer krassen Solidarität unter den Mitgliedern der Elite, ist notwendig dafür, dass die bestehende Rechtsordnung funktioniert. Er ist ihr dunkles Fundament, ein Ort, an dem dunkle Geschäfte gemacht werden.
Chomsky sprach mit Epstein, mit Bannon – aber nicht mit Žižek?
Ich halte den Fall von Noam Chomsky in dieser Hinsicht für symptomatisch: Die Ikone der radikalen amerikanischen Linken baute nicht nur eine enge Freundschaft zu Epstein auf, der Figur des dunklen, korrupten Untergrunds des sozialen und politischen Lebens der USA, sondern gab ihm sogar Ratschläge, wie er mit den Vorwürfen sexueller Verbrechen umgehen soll.
In diesem Rahmen wandte sich Chomsky auch an Steve Bannon, den ultimativen Trump-Populisten, und drückte seine Enttäuschung und die seiner Frau Valeria darüber aus, „Sie neulich Abend verpasst zu haben“: „Jeffrey … hat mir Ihre Adresse gegeben. Ich hoffe, wir können bald etwas anderes vereinbaren. Es gibt viel zu besprechen.“ Bannon schrieb zurück: „Gerne. Würde mich freuen.“
In einem Interview für die Website von Gegnern der US-Kriege „Veterans unplugged“ im Dezember 2012 wurde Chomsky gefragt, ob er Interesse an einem Gespräch mit mir habe. Er antwortet, ich sei „nichts als ein guter Schauspieler“, reine Selbstdarstellung: „Können Sie irgendeinen Inhalt finden? Ich nicht. Daher hätte ich auch kein Interesse an einem Gespräch mit ihm, und ich vermute, umgekehrt ist das genauso der Fall.“ (Das ist nicht richtig: Mehrere Male haben Dritte versucht, ein solches Gespräch zu organisieren. Nicht ich war es, sondern Chomsky, der es immer abgelehnt hat.)
Es soll hier nicht um derlei Beziehungen und Eitelkeiten gehen, sondern um etwas viel Tieferes: Welche Mächte sind hier auch psychologisch am Werk, dass sich rund um Epstein ein elitäres Netzwerk bilden konnte, das auf globaler Ebene dermaßen in- und ausschließend wirkte?
Verbindung zwischen dem Unbewussten und der kapitalistischen Wirtschaft
Zurück also zur obszöne Unterwelt von Freuds Urvater. Diese ist an ihren Auswirkungen im Bewussten erkennbar – in Mythen, Träumen, Versprechern, Symptomen … und manchmal setzt sie sich als direkte perverse Umsetzung durch. Wenn die öffentliche Autorität sich auflöst, wird ein traditioneller Führer mit anständiger und würdevoller Haltung allmählich durch neue obszöne Herrscher (wie Trump) ersetzt, die wie Freuds Urvater reden und handeln, gegen gesellschaftliche Gesetze verstoßen und willkürliche Entscheidungen durchsetzen. Der französische Psychiater und Psychoanalytiker Jacques Lacan dreht – kurz gesprochen – die zeitliche Abfolge bei Freud um: Die „Ur-Ordnung“ kommt nach der traditionellen, an Gesetze gebundenen Herrschaft.
In seinem Werk Die Traumdeutung bezieht sich Freud auf diese Lücken in einer überraschenden Passage, in der er eine Verbindung zwischen dem Unbewussten und der kapitalistischen Wirtschaft zieht: Um den Unterschied zwischen dem (bewussten) Wunsch, der in einem Traum kodiert ist, und dem unbewussten Verlangen des Traums zu erklären, vergleicht er den Wunsch mit dem Auftragnehmer (Manager, Unternehmer) und das unbewusste Verlangen mit dem Kapital, das die Umsetzung dieses Wunsches in einen Traum finanziert (die libidinösen Ausgaben dafür deckt):
„Um es in einem Gleichnis zu sagen: Es ist sehr wohl möglich, daß ein Tagesgedanke die Rolle des Unternehmers für den Traum spielt; aber der Unternehmer, der, wie man sagt, die Idee hat und den Drang, sie in Tat umzusetzen, kann doch ohne Kapital nichts machen; er braucht einen Kapitalisten, der den Aufwand bestreitet, und dieser Kapitalist, der den psychischen Aufwand für den Traum beistellt, ist alle Male und unweigerlich, was immer auch der Tagesgedanke sein mag, ein Wunsch aus dem Unbewußten.“ (zitiert nach: Sigmund Freud, Die Traumdeutung, S. Fischer-Verlag, 1972, Kapitel 7, 488 VII Zur Psychologie der Traumvorgänge, Gutenberg)
So klar diese Metapher auch ist, sie lässt sich auf eine oberflächliche Weise lesen, die ihren Sinn völlig verfehlt. Es könnte den Anschein haben, die eigentliche Arbeit (Traumarbeit) sei nur eine Vermittlerin zwischen dem bewussten Wunsch und dem unbewussten Kapital: Der Unternehmer (der bewusste Wunsch) leiht sich vom Unbewussten das Kapital, um dessen Übersetzung in die Traumsprache zu finanzieren. Hier müssen wir jedoch berücksichtigen, dass Freud darauf beharrt, dass das unbewusste Verlangen den Traum nur durch die Traumarbeit „infiziert“: Die ausschließliche Quelle des unbewussten Verlangens ist die Verschlüsselung/Maskierung der Traumgedanken. Außerhalb dieser Arbeit hat es keine substanzielle Existenz.
Dieses Primat von Form über Inhalt erklärt auch das Paradoxon der Perversion im theoretischen Gebäude Freuds: Perversion zeigt die Unzulänglichkeit der einfachen Logik der Überschreitung.
Hier ist die Verbindung zu Epstein: Die gängige Meinung besagt, dass Perverse das praktizieren (tun), wovon Hysteriker nur träumen (zu tun), das heißt, in der Perversion ist „alles erlaubt“, ein Perverser verwirklicht offen alle unterdrückten Inhalte.
Wo sexuelle Freizügigkeit nicht zu Befreiung führt
Und dennoch ist, wie Freud betont, die Verdrängung nirgendwo so stark wie in der Perversion, eine Tatsache, die durch unsere spätkapitalistische Realität mehr als bestätigt wird, in der die totale sexuelle Freizügigkeit nicht zu Befreiung führt, sondern zu Angst und Impotenz oder Frigidität.
Hier ist Lacans Interpretation von Freuds „Metapher“ aufschlussreich und sorgt wieder für entscheidende Klarheit:
„Das sind Dinge, die aussehen, als seien sie eine Metapher. Ist es nicht amüsant zu sehen, wie das einen anderen Wert erhält, nachdem ich Ihnen etwas über die Beziehung zwischen Kapitalismus und der Funktion des Meisters erzählt habe – bezüglich der völlig unterschiedlichen Natur dessen, was mit dem Prozess der Akkumulation bei Vorhandensein von Überschuss-Jouissance getan werden kann – in der unmittelbaren Gegenwart genau dieser Überschuss-Jouissance, unter Ausschluss der großen, fetten Jouissance, der einfachen Jouissance, der Jouissance, die sich in der rohen Kopulation verwirklicht?
Ist das nicht genau, woher das infantile Begehren seine Kraft bezieht, seine Kraft der Akkumulation in Bezug auf dieses Objekt, die die Ursache des Begehrens darstellt, nämlich das, was gerade aufgrund der kindlichen Nicht-Reife, des Ausschlusses der Jouissance, die andere als normal bezeichnen würden, als Libido-Kapital akkumuliert wird? Da haben Sie, was Freuds Metapher, wenn er sich auf den Kapitalisten bezieht, plötzlich ihre richtige Konnotation verleiht.“
Oder wie es der US-Philosoph Adrian Johnston auf prägnant-brutale Weise ausdrückt: „Bei der Psychoanalyse geht es nicht darum, Neurotikern beizubringen, wie sie Sex haben sollen.“ Es geht darum, sie dazu zu bringen, die Fantasie eines völlig normalen Geschlechtsverkehrs aufzugeben, sich mit ihrem „Symptom“ zu identifizieren, mit der fragilen Anordnung der Lustfiguren, die es ihnen ermöglicht, ohne allzu viel Leid und Schmerz weiterzuleben.
Der Punkt von Lacans Lesart der Metapher des Kapitalismus von Freud ist hier sehr präzise und reicht über den Mechanismus der Träume hinaus bis ins Sexualleben selbst: Genauso wie ein Kapitalist, der ein Unternehmen gründen möchte, sich das Kapital von einer Bank oder einem anderen bereits bestehenden Fonds leihen muss, muss ein Subjekt, das sich auf eine „normale“ sexuelle Aktivität einlassen möchte, das mobilisieren, „was aufgrund von Tugend als Libido-Kapital angesammelt wird, genauer, durch kindliche Nicht-Reife“.
Jeffrey Epstein lieferte und inszenierte obszöne Fantasien, die das System am Leben erhielten
Kurz: Wenn wir „normalen“ reifen Sex haben („Lust, die sich in der rohen Kopulation verwirklicht“), können wir dies nur tun, wenn unsere Aktivität durch unreife kindliche sexuelle Fantasien gestützt wird. Das Versprechen, dass wir irgendwann die „große, fette“ vollkommene Lust in ihrer reinsten Form erreichen und kindliche Fantasien hinter uns lassen werden, ist selbst die ultimative Fantasie.
Epstein tat eben das: Er lieferte und inszenierte obszöne Fantasien, die das System am Leben erhielten.
Wieso das? Wenden wir uns einem anderen Thema zu. Obwohl das „offizielle“ Thema von Jean-Pierre Dupuys The Mark Of the Sacred die Verbindung zwischen dem Opfer und dem Heiligen ist, liegt sein eigentlicher Schwerpunkt auf dem ultimativen Geheimnis der sogenannten Human- oder Sozialwissenschaften, nämlich dem Ursprung dessen, was Lacan als „das große Andere“ bezeichnet, Hegel als „Entäußerung“, Marx als „Entfremdung“ und – warum nicht – Friedrich Hayek als „Selbsttranszendenz“: Wie kann aus der Interaktion von Individuen eine „objektive Ordnung“ entstehen, die sich nicht auf ihre Interaktion reduzieren lässt, sondern von ihnen als substanzielle Kraft empfunden wird, die ihr Leben bestimmt?
Es ist allzu leicht, eine solche Substanz zu „entlarven“, anhand einer phänomenologischen Genese zu zeigen, wie sie allmählich zur „Sache“ wird und sich aus der Interaktion der Individuen herauskristallisiert: Das Problem besteht darin, dass die Voraussetzung einer solchen spektralen/virtuellen Substanz in gewisser Weise mit dem Menschsein untrennbar verbunden ist – diejenigen, die sich damit nicht identifizieren können, die es direkt subjektivieren, werden als Psychotiker bezeichnet. (Für Psychotiker verbirgt sich hinter jedem unpersönlichen großen Anderen ein persönliches großes Anderes, der geheime Agent/Meister des Paranoikers, der die Fäden zieht.)
Dupuys großer theoretischer Durchbruch besteht darin, diese Entstehung des „großen Anderen“ mit der komplexen Logik des Opfers zu verbinden, das die Dimension des Heiligen ausmacht, das heißt mit der Entstehung der Unterscheidung zwischen Heiligem und Profanem: Durch Opfer wird das große Andere, die transzendente Instanz, die unserem Handeln Grenzen setzt, aufrechterhalten.
Modus des absolut Bösen
Kurz gesagt: Das Böse unterscheidet sich von sich selbst, indem es sich in einer transzendenten Gestalt des Guten externalisiert. Aus dieser Perspektive betrachtet umfasst das Gute keineswegs das Böse als seinen untergeordneten Moment, sondern ist nichts anderes als universalisiertes Böses, wobei das Böse selbst die Einheit seiner selbst und des Guten ist. Das Böse kontrolliert/begrenzt sich selbst, indem es ein Bild des transzendenten Guten erzeugt. Dies kann jedoch nur geschehen, indem es seinen „gewöhnlichen“ Modus des Bösen durch ein unendliches/absolutisiertes Böses ersetzt.
Aus diesem Grund sind Krisenmomente so gefährlich – in ihnen erscheint laut Dupuy die dunkle Kehrseite des transzendenten Guten, die „dunkle Seite Gottes“, die Gewalt, die die Begrenzung der Gewalt selbst aufrechterhält, als solche: „Man glaubte, dass das Gute über sein ‚Gegenteil‘ das Böse regiere, aber es scheint jetzt so, als es eher das Böse ist, das über sich selbst herrscht, indem es eine Distanz zu sich selbst einnimmt, indem es sich außerhalb von sich selbst stellt; so ‚selbst-externalisiert‘ erscheint die bessere Ebene als gut.“
Dupuys argumentiert, dass das Heilige inhaltlich dasselbe ist wie das Schreckliche/Böse; der Unterschied ist demnach rein formal/strukturell. „Heilig“ wird es nur durch seinen exorbitanten Charakter, der es zu einer Begrenzung des „gewöhnlichen“ Bösen macht. Um das zu erkennen, sollten wir uns nicht nur auf religiöse Verbote und Pflichten konzentrieren, sondern auch die Spannung zwischen den von einer religiösen Institution durchgesetzten Verboten und den von ihr praktizierten Ritualen berücksichtigen. „Oft besteht das Ritual darin, die Verletzung dieser Verbote und Verstöße zu inszenieren“, schreibt Dupuy.
Die Lehren aus den laufenden Enthüllungen über das Netzwerk von Jeffrey Epstein liefern einen lebendigen Beweis dafür, wie eine solche Spannung funktioniert.
Epstein handelte als Freuds Urvater, er organisierte ein Netzwerk organisierte, in dem (sexuell, finanziell, politisch) gegen grundlegende Regeln verstoßen wurde und alles erlaubt war. Es entstand ein elitärer Schattenherrschaftsbereich, in dem illegale sexualisierte Handlungen praktiziert wurden – zur Bereicherung –, in dem perverse sexuelle Wünsche der Beteiligten erfüllt wurden – auf dem Rücken der Missbrauchten. Und, auch hier kommen wir zum Anfang und Noam Chomsky zurück: In dem politische und ideologische Barrieren aufgehoben sind. Solch ein Raum wird gemeinhin als „Deep State“ bezeichnet.
Die heutige „Deep State“-Linke
Noam Chomsky sagte also nichts über den Inhalt meiner Arbeit, weil er meinte zu wissen, dass sie Mist ist. Und das ist der wahre „Deep State“: ein Raum, in dem Chomsky freundlich mit Bannon plaudert und eingeladen wird, in Epsteins Luxuswohnung zu übernachten, wenn er in New York ist, aber jeden Kontakt mit mir ablehnt – so funktioniert die heutige „Deep State“-Linke.
Ich selbst werde übrigens einmal in den Akten erwähnt: Eine Nachricht an Epstein (Name des Absenders unkenntlich gemacht) macht ihn auf einen Vortrag mit dem Titel „Freud Lives“ aufmerksam, den ich im Oktober 2017 in London gehalten habe.
Laut einigen Facebook-Quellen sagte die Chefin des U-Justizministeriums, Pam Bondi, bei ihrer Anhörung vor dem Kongress am 11. Februar 2026, dass das gesamte System zusammenbrechen würde, wenn wir alle Personen aus den Epstein-Akten strafrechtlich verfolgen würden. Egal, ob sie das wirklich gesagt hat oder nicht: Die Aussage ist wahr.
Ich würde nur hinzufügen, dass das System bereits zusammenbrechen würde, wenn gegen alle, die an Epsteins Universum beteiligt waren und Nachrichten mit ihm ausgetauscht haben, ordnungsgemäß und öffentlich ermittelt würde. Die Botschaft der Epstein-Affäre lautet: kein Staat ohne Deep State, das heißt: keine Staatsmacht ohne ihr obszönes Gegenstück.
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