menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Wie der Auftritt von Bad Bunny mir gut tut: Die schöpferische Kraft von „Minderheiten“!

3 0
11.02.2026

Als Bad Bunny die Bühne des Super Bowl betrat, war das mehr als ein musikalischer Auftritt. Es war eine politische Geste – nicht im plakativen, sondern im strukturellen Sinne. Ein Moment, in dem sichtbar wurde, was geschieht, wenn der Tisch gedreht wird.

Minderheiten erscheinen im öffentlichen Diskurs derzeit wieder vor allem als Problemzonen: als Gruppen, die „integriert“, „mitgenommen“ oder zumindest „mitgemeint“ werden müssen. Ihre gesellschaftliche Relevanz speist sich – so scheint es oft – allein aus ihrem Opfertum. Doch Bad Bunnys Performance erzählte eine andere Geschichte. Sie zeigte, welche schöpferische, verbindende Kraft in den sogenannten Minderheiten steckt. Nicht als Abweichung vom Ideal, sondern als produktive Norm.

Dass er ausgerechnet Lady Gaga auf seine Bühne holte, unterstrich diese Verschiebung. Hier trat nicht die Minderheit ins Zentrum einer Mehrheitskultur ein. Hier definierte eine andere kulturelle Achse den Raum – und lud die vermeintliche Mitte ein. Wie gut das tut.

In ihrem bahnbrechenden Aufsatz „Demarginalizing the Intersection of Race and Sex“ (1989) prägte die Rechtswissenschaftlerin Kimberlé Crenshaw den Begriff der Intersektionalität. Ihr zentraler Gedanke war ebenso simpel wie radikal: Diskriminierung ist kein Ausrutscher aus einer neutralen Norm. Die Norm selbst ist nicht........

© der Freitag