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Corona, Ukrainekrieg, Klimakrise: Der Zerfall der wirtschaflichen Weltordnung

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03.02.2026

Nicht nur die sogenannte regelbasierte Ordnung gerät derzeit unter Druck, sondern auch das Narrativ, mit dem die marktliberale Globalisierung jahrzehntelang legitimiert wurde. Darauf hat zuletzt selbst Kanadas Premierminister Mark Carney ungewöhnlich offen hingewiesen. Eine ehrliche Neubewertung muss daher bei den blinden Flecken dieser Erzählung ansetzen.

Im Westen gilt Globalisierung bis heute als globale Erfolgsgeschichte. Aggregierte Zahlen scheinen dies zu bestätigen: Zwischen 1990 und 2019 sank die Zahl der extrem Armen weltweit von rund 1,9 Milliarden auf etwa 680 Millionen Menschen (der Bevölkerungsanteil fiel von 36 auf 9 Prozent).

Doch fast zwei Drittel dieses Rückgangs entfallen allein auf China. Rechnet man China und Indien heraus, sank die Zahl der extrem Armen lediglich von rund 700 auf etwa 540 Millionen. 87 Prozent des absoluten globalen Armutsrückgangs der extremen Armut gehen damit auf nur zwei Länder zurück. Außerhalb Asiens fällt die Bilanz deutlich nüchterner aus.

In Afrika südlich der Sahara liegt das reale Pro-Kopf-BIP heute kaum höher als in den 1970er Jahren. Lateinamerika und die Karibik erlebten nach den „verlorenen Jahrzehnten“ der 1980er und 1990er Jahre zuletzt erneut Stagnation. Auch im Nahen Osten und in Nordafrika blieben die Einkommen über Jahrzehnte nahezu unverändert – trotz hoher Rohstofferlöse.

Hinzu kommt........

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