War es eine gute Idee, die Epstein-Files zu veröffentlichen?
Politik : War es eine gute Idee, die Epstein-Files zu veröffentlichen?
Was die Epstein-Files mit dem Versagen des US-amerikanischen Rechtsstaates zu tun haben, wie Sie gesund in den Tag starten – und warum die Münchner Sicherheitskonferenz eine problematische Veranstaltung ist: der „Freitag“-Blick auf den Tag
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Haben Sie auch schon mal in den Epstein-Files rumgesurft? Ich gebe zu, ich habe. So hat mich interessiert, ob der 2014 verstorbene Großfeuilletonist Frank Schirrmacher in den Dokumenten auftaucht. Tut er, und zwar in Zusammenhang mit dem Literaturagenten John Brockman, der ein enger Vertrauter von Epstein war. Was mache ich mit diesem Fund? Gar nichts.
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Ich verhalte mich nicht anders als die anderen Hobby-Ermittler, die sich an den Millionen von Dokumenten in Aufklärung üben und natürlich überfordert sind.
War es wirklich eine gute Idee, der amerikanischen Justiz die Akten einer ungeübten Öffentlichkeit zum Fraß vorzuwerfen? Wer so fragt, negiert keineswegs die Verbrechen, die der Veröffentlichung zugrunde liegen. Aber er sieht wie mein Kollege Velten Schäfer auch ein ungeheuerliches Versagen des Rechtsstaates, und zwar noch in der Ära Obama. Velten schreibt:
„Gerade in Zeiten, in denen der Rechtsstaat vielfach unter Druck steht, darf sich eine gesellschaftliche Linke nicht etwa die Forderung nach einer routinemäßigen Veröffentlichung solcher Ermittlungsakten angewöhnen. Zur innerlichen Festigung kann hier die Geschichte dieses staatlichen Super-Leaks beitragen: Bevor Donald Trump aus bekannten Gründen zu mauern begann, war ‚release the files‘ eine Hauptparole der MAGA-Rechten während der Amtszeit von Joe Biden. Es ging darum, Futter für das ‚Volksempfinden‘ über die formale Mechanik des Rechtsstaates zu stellen.“
Den ganzen Artikel lesen Sie hier ➜
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➜ Gesund ins Wochenende:Mich hat ein Ingwer-Shot in Kontakt mit dem neuen Tag gebracht. Ich mache ihn selbst, ganz einfach: Ingwer raspeln, dann aufkochen, Zitrone dazu und gut ist. Schmeckt köstlich und ich bilde mir ein, dass ich etwas für mein Immunsystem tue. Ich mag jetzt gar nicht nachlesen, ob vielleicht doch irgendwo ein Haken an der Sache ist. Anders ist es ja mit den Nahrungsergänzungsmitteln, die ich nicht nehme (und vor denen Barbara in ihrem Newsetter gestern dezent gewarnt hat).
Hier ➜ ein Rezept für einen Ingwer-Shot, der über meine simple Variante etwas hinausgeht.
➜ Gut zu sehen: Heute Abend hole ich mir ein wenig Berlinale aufs iPad. In der Arte Mediathek ist seit Kurzem der Film Disco Boy zu sehen, der vor zwei Jahren bei den Filmfestspielen lief. Franz Rogowski spielt darin einen Belarussen, der sich der Fremdenlegion anschließt. Aber es ist eigentlich egal, was er spielt. Mir geht es hier wie vielen: Ich schaue Rogowski einfach wahnsinnig gerne zu.
➜ Sicher? An diesem Wochenende findet die 62. Münchner Sicherheitskonferenz statt. Wie bei den Davoser Gesprächen trifft sich – wir sind durch den Epstein-Skandal gerade etwas sensibilisiert – ein Elite-Netzwerk, hier bestehend aus Militärs, Vorstandsvorsitzenden, Ministern, Stiftungspräsidenten und Thinktank-Experten. Wolfgang Michal hat einen scharfen Blick auf den Zirkus geworfen:
[...] Anstatt nämlich die weltbewegenden Fragen öffentlich in den dafür zuständigen Organisationen zu verhandeln, etwa in der UNO, in der EU, in der WTO oder in der OSZE, werden sie in die Hinterzimmer von Davos oder München oder in Donald Trumps absurdes „Board of Piece“ verlegt, wo dann in bilateralen Geheimgesprächen Tacheles geredet werden kann.
Wenn der Vorsitzende und Gastgeber der Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, damit protzt, dass er fast hundert Außen- und Verteidigungsminister aus 120 Ländern zusammengetrommelt hat, dann fragt man sich unwillkürlich: Warum macht das nicht besser die UNO? Was soll die überflüssige Doppelstruktur? Und wenn die EU-Staaten und ihre Brüsseler Zentrale mitsamt allen Küchenkabinettsmitgliedern in München auflaufen, warum dann nicht gleich in der EU über Sicherheitsfragen debattieren? Oder in der OSZE, jener Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die das zuständige Gremium wäre? [...]
Was halten Sie von der Veröffentlichung der Epstein-Files? Schreiben Sie mir gerne – per Mail an m.angele@freitag.de
Und damit sind wir auch schon wieder am Ende dieser Ausgabe. Für mich heißt es nun: Nach dem Ingwer-Shot ist vor dem Kaffee.
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