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Von „Melania“ bis Kid Rock: Warum ist MAGA-Kunst so unerträglich schrecklich?

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11.02.2026

Es ist wirklich nicht fair, was den Rechten am Super-Bowl-Sonntag angetan wurde. Die meisten Zuschauer konnten eine aufwendige und fröhliche Halbzeit-Show des puertoricanischen Musikers Bad Bunny, einem der beliebtesten Musikstars der Welt, genießen. Diejenigen, die ihre MAGA-Loyalität unter Beweis stellen wollten, fühlten sich möglicherweise verpflichtet, die Konkurrenzparade von gleich klingenden Country-Musikern anzugucken, die in einem Auftritt des in Shorts gekleideten Kid Rock mündete, der herumhüpfte und scheinbar nur lippensynchron zu einem Hit aus dem Jahr 1999 so tat, als würde er singen.

Für Rechtskonservative, die die spanischen Texte der Songs von Bad Bunny nicht ertragen konnten, gab es Trost im klar verständlichen Englisch jenes Mannes, der auch als Robert Ritchie bekannt ist: „Bawitdaba, da-bang, da-bang, diggy-diggy-diggy.“ (Diese Lyrik scheint genau nach dem Geschmack der weißen MAGA-Anhängerschaft, wenn sie nur wüsste, dass es von der Schwarzen Kultur geklaut wurde, in diesem Fall vom Rapper Busy Bee.)

Dieses traurige Spektakel wurde von Turning Point USA präsentiert, einer Organisation, die keine Wohltätigkeitsorganisation für in Vergessenheit geratene Rap-Rocker der Jahrhundertwende ist, sondern eine rechtsgerichtete Lobbygruppe, die vom verstorbenen Charlie Kirk mitbegründet wurde. Als Kid Rock am Ende den Country-Song Til You Can’t coverte (mit einer frommen und halbherzigen neuen Strophe, die Ritchie selbst hinzugefügt hatte), folgte im Anschluss eine Hommage an Kirk. Das bedeutet, dass die Zuschauer nicht nur die tolle Kunstfertigkeit einer Kid-Rock-Show, sondern auch die ganze Fröhlichkeit einer Beerdigung erleben durften.

Auch die Kinos haben diesen Winter mit dem Dokumentarfilm Melania ihr eigenes MAGA-Desaster. Melania ist ein von Kritikern verrissenes, wenig schmeichelhaftes Werk über die amtierende First Lady Melania Trump. Gedreht vom Regisseur des schlechtesten X-Men-Films und des schlechtesten Hannibal-Lecter-Films. Offenbar unfähig, aus einem so inhaltsleeren Thema Kunst zu schaffen, bedient sich........

© der Freitag