Jetzt kommt Protest gegen die Grundsicherung: Wie ich zur Demo-Organisatorin wurde
Seit die ersten Entwürfe der sogenannten „Grundsicherung“ aufgetaucht sind, wartete ich auf den Aufschrei. Der nicht kam. Ich suchte nach Demonstrationen gegen diese soziale Brutalität, fand keine. Ende Dezember war ich an dem Punkt, dass ich selbst eine Demo auf die Beine stellen wollte. Ich fand jedoch unter Aktivist*innen wenig Unterstützung. Anfragen an Gewerkschaften über die Organisation größerer Kundgebungen gegen die Grundsicherung blieben unbeantwortet. Die Wohlfahrtsverbände haben zwar nach und nach ihre scharfe Kritik an den Plänen zur Grundsicherung öffentlich gemacht, aber offenbar nicht den Versuch gewagt, größere Demonstrationen zu organisieren.
Ich hätte es als Armutsbetroffene erwartet, dass wenigstens irgendjemand uns Armen die Chance gibt, unseren Unmut und unsere Ängste zu verbalisieren. Schließlich werden wir von den neuen Sanktionen und möglichen Kürzungen betroffen sein, die bis in die Obdachlosigkeit führen können.
Das Mitgliederbegehren der SPD zur Grundsicherung beobachtete ich mit Skepsis. Um ehrlich zu sein, wollte ich es zuerst nicht glauben, dass es noch Menschen in dieser Partei gibt, die wissen, was sozialdemokratisch bedeutet. Trotzdem keimt die Hoffnung, dass es........
