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Krieg in der Ukraine: Sicherheitsgarantien sind per se keine Friedensstifter

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02.02.2026

Die Emissäre aus den USA, Russland und der Ukraine verhandeln über einen Friedensvertrag, der das Ende eines nunmehr fast vierjährigen Krieges besiegeln soll. Ein kurzfristiges Agreement über einen Waffenstillstand hätte es bestimmt auch getan, aber Washington und Moskau sind dagegen.

Donald Trump ist das zu wenig, denn er arbeitet nicht nur daran, den nächsten Friedensnobelpreis zu bekommen. Er will auch die Handlungsfreiheit der USA in der aufziehenden multipolaren Welt vergrößern, und dafür braucht er gute Beziehungen zu Moskau. Wladimir Putin verfolgt ebenfalls eine umfassendere Agenda, es geht ihm nicht nur um die Ukraine, sondern auch um eine neue Sicherheitsstruktur in Europa.

Der eine will den Erfolg so schnell wie möglich erzielen, der andere setzt darauf, dass die Zeit für ihn arbeitet. Trotz dieses Widerspruchs vermelden gut informierte Kreise, die Verhandlungen in Abu Dhabi verliefen konstruktiv – wohl finden sie nicht immer zu den angekündigten Zeitpunkten statt, doch sind sie nicht storniert oder ernsthaft gestört.

Die vom US-Präsidenten an Wladimir Putin gerichtete persönliche Bitte, eine einwöchige Angriffspause einzulegen, hat der insofern positiv beantwortet, als zumindest die Schläge gegen die ukrainische Energieinfrastruktur vorübergehend eingestellt wurden, allerdings nur für ein Wochenende, keine ganze Woche. Sicher war Trumps Eingreifen vorrangig ein Versuch, das Klima für die Sondierungen in den Vereinigten........

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