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Abgesang | Transatlantische Beziehungskrise mit den USA: Wenn der Beschützer zum Aggressor wird

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21.01.2026

Wer hätte gedacht, dass Grönlands Schicksal einmal richtungsweisend für Deutschlands Schicksal sein könnte? Die besorgte Frage nach dem Zustand des transatlantischen Verhältnisses wurde zuletzt oft gestellt. Forderungen nach einem stärkeren Europa waren stets mit dem Zusatz versehen, dass dadurch schließlich auch die NATO gestärkt werde.

Das Bündnis war stets der Fixstern westdeutscher Sicherheit. Gleichzeitig bot die Allianz – neben der EU – den Rahmen für das politische Dasein und wirtschaftliche Gedeihen. Es entsprach einer tief verankerten transatlantischen Identität, wenn in deutschen Regierungsdokumenten die NATO als primäres nationales Interesse ausgegeben wurde.

Das letzte „Weißbuch“ einer Bundesregierung beschreibt die NATO als für die Sicherheit Europas „unverzichtbar“. Sie garantiere die territoriale Unversehrtheit und sei Ausdruck einer Wertepartnerschaft.

Im Grunde ist eine Welt ohne NATO für einen Großteil der hiesigen Eliten nicht vorstellbar. Zu lange war man gegenüber den USA von anhänglicher Treue, was auf einer Mischung aus akzeptierter Abhängigkeit und ideologischer Nähe beruhte. Man könnte auch von einer symbiotischen Beziehung und asymmetrischen Abhängigkeit........

© der Freitag