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Neue Töne in Moskau? Was russische Zeitungen über den Ukraine-Krieg schreiben

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09.02.2026

Bringt der Frühling den Frieden? Wer staatsnahe russische Medien nutzt, wird diese Frage kaum bejahen. Stereotyp melden Zeitungen und Fernsehsender den Fortgang der „Militärischen Spezialoperation“, die Einnahme oft zerstörter und entvölkerter Dörfer im Donbass und die Auszeichnung neuer „Helden Russlands“.

Wer hingegen das imperial ausgerichtete Wochenblatt Sawtra (Der morgige Tag) aufmerksam liest, bemerkt einen neuen Ton beim knapp 88-jährigen Herausgeber Alexander Prochanow, der im Vorjahr bei einem gemeinsamen Auftritt mit Wladimir Putin vom Staatschef den Titel „Held der Arbeit“ verliehen bekam. Prochanow, einst Kriegskorrespondent der Literaturnaja Gaseta in Afghanistan, dazu Autor von Kolportageromanen, hat sein Ansehen im Kreml dafür genutzt, einen Leitartikel zu schreiben und unbequeme Wahrheiten zum Ausdruck zu bringen: Der Sieg in der Ukraine sei auch nach vier Jahren „nicht nähergerückt“, die Front habe sich „nur millimeterweise vorwärts bewegt“.

Russland sei in eine „geopolitische Falle“ geraten und habe letztlich nicht mit der Ukraine, sondern „mit der gigantischen Maschinerie der NATO“ gekämpft. Daher sei Russland nicht in der Lage gewesen, „die Ukraine zu zerschlagen“. Die Verhandlungen, die Moskau und........

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