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Zukunft | Wie der Hyperkapitalismus Frankfurt frisst: Aiki Miras düstere Utopie „Denial of Service“

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29.01.2026

In der hyperkapitalistischen Privatstadt Frankfurt mit funkelnden Skylines und hochentwickelten Überwachungssystemen sollte eigentlich gar kein Widerstand mehr möglich sein. Trotzdem gibt es Kids, die aus dem System herausfallen, in versteckten Brachen des Molochs leben und mit ihren selbst gebauten Drohnen kunstvolle Graffiti auf die Oberflächen der schicken Gebäude sprühen.

Aiki Miras Roman Denial of Service ist eine Mitte des 21. Jahrhunderts angesiedelte spätkapitalistische Überwachungsdystopie, die das utopische Potenzial widerständiger Akteure der Zukunft auslotet. Das liegt gerade im Trend, wie auch in der neuen Streaming-Serie Smillas Gespür für Schnee, ein SF-Remake von Peter Høegs Erfolgsroman aus den 1990ern. Aber auch in Frankreich boomt mit Büchern wie Alain Damasios Die Flüchtigen oder Laurent Gaudés als Zone 3 verfilmtem Erfolgsroman Hund 51 die Erzählung von utopischen Widerständen im dystopischen Spätkapitalismus des mittleren 21. Jahrhunderts.

Aiki Mira aus Hamburg legt den Fokus auf die Entwicklungen digitaler Technologien und darin schlummernder subversiver Möglichkeiten. Die Privatstadt Frankfurt am Main wird von einer KI, einem künstlich-neuronalen Netz, gemanagt, das als KNN die eigentliche Stadtverwaltung und das Herz oder Gehirn dieser Metropole ist. Nur hat das System plötzlich einen Bug und es kommt zum titelgebenden Denial of Service.

Als ein Straßenkind eine digitale Droge ausprobiert........

© der Freitag