Nach Brand im U-Bahnhof Schlossstraße: U9 könnte bald wieder wie früher fahren
Für Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Südwesten der Stadt gibt es eine gute Nachricht. Die Einschränkungen auf dem Südteil der U-Bahn-Linie U9, die auf einen Brand im U-Bahnhof Schloßstraße zurückgehen, könnten schon bald endlich Vergangenheit sein. Die derzeit geschlossene Station und andere Anlagen, die ebenfalls noch außer Betrieb sind, stehen offenbar vor der Wiedereröffnung.
„Die BVG-Kolleg:innen bereiten gerade intensiv vor, dass die U9 zeitnah wieder ihren regulären Betrieb in Richtung Rathaus Steglitz aufnehmen kann“, teilte Franziska Ellrich, Sprecherin des Landesunternehmens, auf eine Anfrage der Berliner Zeitung hin mit.
Zeitnah – was das genau heißt, blieb vorerst noch offen. Dem Vernehmen nach ist ein Tag in der kommenden Woche im Gespräch. So steht für die Wiederaufnahme des regulären Betriebs auf der U9 derzeit der 25. Februar im Raum. Diese Woche finden dort Prüffahrten statt. Möglicherweise klappt es auch schon zum 23. Februar – am kommenden Montag. Vor kurzem war der Betriebsleiter der U-Bahn vor Ort.
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Vor fünf Jahren hat es schon einmal im Bahnhof gebrannt
Damit zeichnet sich ab, dass die Fahrgäste bald nicht mehr zwischen Friedrich-Wilhelm-Platz und Rathaus Steglitz die Pendelzüge nutzen müssen, die auf diesem Abschnitt seit dem 26. Januar alle zehn Minuten verkehren. Die U9 fährt dann wieder bis Steglitz durch.
2021 hatte es schon einmal im U-Bahnhof Schloßstraße gebrannt. Am 28. November 2025 brach erneut ein Feuer aus, wieder in einem technischen Betriebsraum. Am frühen Nachmittag füllte plötzlich dichter Rauch die dreistöckige Anlage, die sich seit 1974 unter einer der wichtigsten Einkaufsstraßen Berlins erstreckt. Die Feuerwehr war mit 95 Einsatzkräften vor Ort. Sie konnte den Brand löschen, aber der Schaden war beträchtlich. Wie 2021 waren vor allem Kabel betroffen.
Eine technische Ursache wurde ausgeschlossen. Weiterhin gehen die Ermittler von Brandstiftung aus. Der U-Bahnhof, der vom Architekturbüro Schüler & Witte gestaltet wurde und seit 2017 unter Denkmalschutz steht, ist unübersichtlich. Ein Teil der Anlage wird nicht genutzt. Sie wurde dafür vorbereitet, dass dort einmal die U10 nach Lankwitz abzweigt. Weitere Absperrungen wurden hochgezogen, als 2016 die Sanierung begann – die noch viele Jahre dauern wird.
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Rund 100 Kabel müssen neu gezogen werden
„Es gibt viele ungenutzte Ecken“, sagte ein BVG-Mitarbeiter im Dezember 2025. In der U-Bahn-Station im Süden Berlins halten sich Berichten zufolge immer wieder Wohnungslose auf. „Die Leute suchen sich ihre Wege. Sie springen auch ins Gleis und laufen in den Tunnel.“
Weil das Feuer im U-Bahnhof komplexe, sicherheitsrelevante elektrotechnische Anlagen zerstörte, gestaltete sich die Reparatur schwierig und langwierig. Betroffen waren rund 100 Kabel, die jeweils aus bis zu 60 Einzeladern bestehen und unterschiedliche Funktionen übernehmen, von der Energieversorgung über die Zugsicherung bis hin zur Kommunikations- und Leittechnik. Ruß und Schadstoffe mussten beseitigt, neue Leitungen verlegt und geprüft werden.
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Zurzeit noch Pendelverkehr auf der U9 nach Steglitz
Das braucht seine Zeit, teilte die BVG mit. „Dieses hochkomplexe, eng verzahnte System kann nur Schritt für Schritt und unter strengen Sicherheitsauflagen wieder in Betrieb genommen werden. Die unterirdischen Arbeiten erfolgen zudem unter sehr beengten Platzverhältnissen, was die Abläufe zusätzlich erschwert.“
Anfangs war der U-Bahn-Betrieb im Süden der U9 unterbrochen, Fahrgäste mussten auf Busse oder die S-Bahn umsteigen. Inzwischen gibt es zumindest wieder einen Pendelverkehr. Zuletzt hieß es, dass der reguläre U-Bahn-Betrieb nach Steglitz Anfang März wieder beginnt. Doch offenbar kann er nun früher wieder losgehen. Wenn alles klappt.
