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Marzahn trauert um verunglücktes Kind: „Das ist so tragisch“

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03.03.2026

Nach dem tödlichen Sturz eines kleinen Jungen aus einem Hochhaus herrscht Trauer in Berlin-Marzahn. Die Ermittlungen laufen noch. Aber alles deutet auf einen tragischen Unfall.

Der Morgen danach. Nur wenige Passanten sind in der Ludwig-Renn-Straße in Marzahn unterwegs. Auf dem Weg zu dem Hochhaus hört man das Wehklagen einer Frau. Und dann sieht man sie, auf dem Boden kniend. Immer wieder senkt sie ihren Oberkörper zum Boden, um dann ihren Blick gen Himmel zu richten. Sie weint, ruft leise unverständliche Worte. Ein Junge und ein Mann versuchen, sie zu trösten. Vergebens. Das Leid der Frau ist spürbar. Sie beklagt den Verlust ihres vierjährigen Jungen. Tah soll er nach Auskunft des Mannes heißen.

Vor dem Haus haben Menschen Stofftiere abgelegt und Kerzen aufgestellt. Zum Gedenken an ein Kind, das aus bislang ungeklärten Ursachen aus dem 15. Stock des Hochhauses gefallen ist. Die Polizei ermittelt, spricht von einem tragischen Unfall. „Die hätten mal besser achtgeben sollen“, zischt eine Frau im Vorbeigehen.

Familie soll seit mehr als zehn Jahren im Haus wohnen

Abseits des Trauerplatzes unterhalten sich zwei Männer, sprechen von den zahlreichen Nationalitäten, die in dem Haus „einfach zusammengewürfelt wurden“. So komme die Familie des verstorbenen Jungen aus Vietnam. „Die wohnen seit mehr als zehn Jahren dort“, erzählt eine Frau, die aus Asien stammt. Die Familie habe vier Kinder und würde in einer kleinen Wohnung im 15. Stock wohnen. Weitere Angaben könne sie nicht machen. Zustimmendes Kopfnicken der beiden Männer. „Dafür wohnen dort einfach zu viele unterschiedliche Menschen“, sagt einer der beiden.

Eine Frau mit Hund bleibt stehen. „Das ist so tragisch“, sagt sie mit leiser Stimme und schaut nach oben, in Richtung 15. Stock. „Von da ...“, ihre Stimme stockt, während ihr Blick in Richtung Boden geht, zu den Blumen und Kerzen. Dann berichtet sie von den zahlreichen Einsatzkräften, die am Montag gegen 13.45 Uhr vor dem Hochhaus standen, die versuchten, das Leben des Vierjährigen zu retten. „Bilder, die ich nie vergessen werde.“


© Berliner Zeitung