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Ilic steht in der Luft: 1. FC Union Berlin punktet nach Rückstand

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05.04.2026

Mehr als zwei Monate hatte Diogo Leite beim 1. FC Union Berlin pausieren müssen. Der portugiesische Verteidiger zog sich bei der 1:3-Niederlage in Hoffenheim Ende Januar eine Oberschenkelverletzung zu, wurde in den Partien danach von Stanley Nsoki ersetzt. Der Köpenicker Defensive tat das in Summe ganz und gar nicht gut. Nsoki hatte hier und da einen Aussetzer, fungierte zu selten als so dringend benötigter Stabilisator.

Für Leite war die Rückkehr auf den Platz im Heimspiel gegen den FC St. Pauli gleichbedeutend mit dem Auftakt seiner ganz persönlichen Abschiedstour. Der 27-Jährige wird Union im Sommer ablösefrei verlassen, umso mehr dürfte er auch in den kommenden Wochen hoch motiviert sein, in den letzten Spielen im rot-weißen Trikot den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen.

Genau den machten Leite und seine Teamkollegen in den ersten Minuten der Partie gegen den Tabellen-16., indem sie den Gegner früh attackierten und immer wieder zu Fehlern zwangen. Aus der engagierten Anfangsviertelstunde konnten die Berliner aber kein Kapital schlagen. Wieder einmal tat sich die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart, der nach dem 0:4 in München auch András Schäfer, Woo-yeong Jeong, Andrej Ilic und Oliver Burke neu in die Startelf beordert hatte, im Offensivspiel schwer. Lediglich Danilho Doekhi hatte eine gute Chance, scheiterte aber am Reflex von Gästetorhüter Nikola Vasilj (4.).

Das Geschehen auf dem Rasen verflachte in den Minuten danach und spielte sich vor allem zwischen den beiden Strafräumen ab. Die Union-Defensive um Rückkehrer Leite stand gut, war nach 25 Minuten angesichts eines echten Traumtors des Gegners aber machtlos. Einen von Doekhi abgeblockten Schuss nahm Mathias Pereira Lage mit vollem Risiko und nagelte den Ball mit knapp 120 km/h unter die Latte. Obwohl die Kugel zentral einschlug, war Frederik Rönnow im Tor ohne Abwehrchance.

Die Hausherren reagierten mit verstärkten Angriffsbemühungen auf den Rückstand. Ilic scheiterte per Kopf an Vasilj (32.), Burke und im Nachschuss auch Derrick Köhn fanden ihren Meister ebenfalls im bosnischen Schlussmann (40.), der in der vergangenen Woche mit der erfolgreichen WM-Qualifikation im Play-off-Endspiel gegen Italien den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert hatte.

Ilic besorgt den Ausgleich, Schäfer vergibt XXL-Chance

Beim 0:1-Pausenrückstand war zu befürchten, dass Union seinem Ruf als Punktelieferant der Kellerkinder einmal mehr gerecht werden würde. In der laufenden Spielzeit hatten schon der 1. FC Heidenheim (18.), der VfL Wolfsburg (17.), Borussia Mönchengladbach (13.) und Werder Bremen (14.) gegen die Baumgart-Elf dreifach gepunktet, die Bremer sogar doppelt in Hin- und Rückspiel. Und: Die Köpenicker hatten nach Rückstand bei Wiederanpfiff bislang nur gegen Mainz (2:2) und in Augsburg (1:1) Zählbares geholt.

Wie schon im ersten Durchgang kam die Baumgart-Elf mit mächtig Schwung aus der Kabine. Es dauerte keine sieben Minuten, da brachte Köhn einen Eckstoß präzise auf den Kopf von Ilic, der in der Luft stand und seinen zweiten Saisontreffer verbuchte (52.). Fast hätte Union die Begegnung Mitte der zweiten Halbzeit sogar gedreht, Schäfer scheiterte jedoch frei vor Vasilj (67.). In der vierminütigen Nachspielzeit sah Jackson Irvine, Kapitän der Gäste, nach Foul an Schäfer noch die Gelb-Rote Karte.


© Berliner Zeitung