Hilft ausgerechnet Urs Fischer dem 1. FC Union Berlin im Saisonendspurt?
Während die Länderspielpause den Vereinen in der Fußball-Bundesliga eine letzte Verschnaufpause in dieser Saison bietet, planen die Verantwortlichen im Hintergrund bereits für die kommende Spielzeit 2026/27. Erste Transfers werden eingetütet, ein Plan für die Vorbereitung aufgestellt und Verträge mit Spielern verlängert. Nicht alle Klubs können dabei verlässlich einschätzen, in welcher Spielklasse sie an den Start gehen werden.
Die Mannschaften ab Platz neun, den derzeit der 1. FC Union Berlin belegt, brauchen noch Punkte, um ab Sommer ein weiteres Jahr im deutschen Fußball-Oberhaus mitmischen zu dürfen. Der Blick allerdings richtet sich nicht ausschließlich nur nach unten.
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Nach gegenwärtigem Stand der Dinge gibt es in der nächsten Saison sieben Mannschaften, die in den Europapokal-Wettbewerben an den Start gehen. Die Vereine auf den Rängen eins bis vier spielen in der Champions League, der Fünfte in der Europa League und der Sechste in der Conference League. Zusätzlich erhält der Sieger des DFB-Pokals ein Ticket für die Europa League.Sollte sich der Gewinner des Wettbewerbs schon über die Liga qualifiziert haben, was angesichts der Halbfinal-Teilnehmer FC Bayern (1.), VfB Stuttgart (3.), Bayer Leverkusen (6.) und SC Freiburg (8.) sehr wahrscheinlich ist, würde auch der Tabellensiebte europäisch vertreten sein.
Darüber hinaus besteht die nicht unrealistische Gelegenheit, dass sich sogar der Achte für Europa qualifiziert. Belegt Deutschland in der Uefa-Fünfjahreswertung hinter England im Mai den zweiten Rang, gibt es für die Bundesliga einen zusätzlichen Startplatz.
Bei Siegen gegen St. Pauli und in Heidenheim darf Union nach oben schauen
Momentan hat der 1. FC Union Berlin sechs Punkte Rückstand auf Freiburg, kann diese Differenz bei noch sieben ausstehenden Spielen aber locker aufholen. Die Köpenicker haben das auf dem Papier leichteste Restprogramm, treffen sechsmal auf Mannschaften, die in der Tabelle hinter ihnen platziert sind und tief im Abstiegskampf stecken. Nur in die Begegnung bei RB Leipzig geht die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart als Außenseiter.
Gewinnt Union die beiden anstehenden Spiele gegen den Drittletzten FC St. Pauli (5. April, 15.30 Uhr) und beim abgeschlagenen Schlusslicht 1. FC Heidenheim (11. April, 15.30 Uhr), sind die Berliner mittendrin im Rennen um Europa. Zumal Freiburg erst gegen den FC Bayern und dann beim 1. FSV Mainz 05 ran muss, unter Urs Fischer die Mannschaft der Stunde. Seit Amtsantritt vor vier Monaten hat der ehemalige Union-Coach mit seinem neuen Arbeitgeber kein Heimspiel verloren. Der Schweizer könnte also wertvolle Schützenhilfe leisten – und das sogar doppelt.
Ein Sieg gegen Freiburg würde Union schon helfen, aber auch international können Fischer und Mainz einen Beitrag dazu leisten, dass die Bundesliga 2026/27 in größtmöglicher Stärke international vertreten ist. Im Viertelfinale geht es für die Rheinhessen zunächst in Hin- und Rückspiel gegen Racing Straßburg (9./16. April), bevor im Halbfinale der Sieger aus der Begegnung zwischen Rayo Vallecano und AEK Athen warten würde. Mit einem möglichen Weiterkommen gegen die Spanier würde Mainz wertvolle Punkte für die Fünfjahreswertung holen, in der in den nächsten Wochen eben Spanien als Nation noch überholt werden muss.
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Einen ganz wertvollen Beitrag können dazu auch der FC Bayern (in der Champions League gegen Real Madrid) und der SC Freiburg (in der Europa League gegen Celta Vigo) leisten. Die Logik dahinter ist einfach: Je mehr deutsche Teams in allen drei Wettbewerben ins Halbfinale oder gar in die jeweiligen Endspiele einziehen, desto höher ist die Chance, dass Deutschland den zusätzlichen Startplatz bekommt. Für die Profis des 1. FC Union Berlin wäre dies gleichbedeutend mit der Motivation, im Saisonfinale nicht bloß den Klassenverbleib dingfest zu machen, sondern auch nochmal am internationalen Fußball zu schnuppern.
Zu einem direkten Wiedersehen mit Urs Fischer kommt es auch noch. Am 33. Spieltag reist Union zum letzten Auswärtsspiel in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt. Im nervenschonendsten Fall haben beide Vereine ihr Saisonziel da schon erreicht. Brisanter wird es, wenn es für eine der beiden Mannschaften noch um den Klassenerhalt oder eben um den Einzug in einen europäischen Wettbewerb geht. Auch für Mainz ist der bei momentan sieben Punkten Rückstand auf Platz acht alles andere als ausgeschlossen.
