Die Einzelkritik zur Union-Pleite: Offensiv eine kollektive Nicht-Leistung
Nach der wohl schwächsten Leistung in diesem Kalenderjahr verliert der 1. FC Union Berlin mit 0:1 (0:0) bei Borussia Mönchengladbach. Die ausführliche Einzelkritik zur Leistung der Köpenicker.
Rani Khedira: Im Hinspiel hatte er das erste seiner bislang fünf Saisontore erzielt. Diesmal war er eine Minute vor Ende der ersten Halbzeit einigermaßen nah dran an einem Treffer, kam gegen Gladbach-Torhüter Moritz Nicolas aber einen Schritt zu spät. Ansonsten legte der Routinier einen gewohnt soliden Auftritt hin.
Danilho Doekhi: Auf der letzten Linie hatte der Niederländer gegen Gladbach-Torjäger Haris Tabakovic alles im Griff. Mit Ball am Fuß wurden aber Schwächen in der Spieleröffnung deutlich.
András Schäfer: Mit seinem Schuss aus der Distanz meldete er die Gäste offensiv im Spiel an (10.). Danach war er zwar gewohnt umtriebig, allerdings weniger auffällig als noch am vergangenen Wochenende beim Sieg gegen Leverkusen.
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Christopher Trimmel (bis 46.): Jens Castrop bereitete dem 39-Jährigen auf dessen Seite wie schon im Hinspiel immer wieder Schwierigkeiten. Der Kapitän wusste sich Mitte der ersten Halbzeit nur noch mit einem taktischen Foul zu helfen, sah seine siebte Gelbe Karte und blieb wohl auch deshalb zur Pause in der Kabine.
Leopold Querfeld: Im mit zunehmender Spieldauer größer werdenden Gladbacher Druck war er kein guter Organisator der Gästedefensive. Zudem kam kaum ein langer Ball in der Spieleröffnung bei einem Teamkollegen an.
Frederik Rönnow: Der Schlussmann wirkte diesmal alles andere als sicher. Bei der ersten Chance von Castrop fehlte ihm beim Rauslaufen das Timing (7.), einmal spielte er einem Gegenspieler beim Versuch des weiten Schlags die Kugel in die Füße (35.) und in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs wehrte er den Distanzschuss von Philipp Sander nach vorne ab. Glück für Union, dass Kevin Diks den Abpraller über das Tor köpfte. Aus dem zweiten Durchgang blieb vor allem seine Doppel-Parade kurz vor Schluss im Gedächtnis, mit der er den Eisernen zumindest einen Zähler zu sichern schien.
Aljoscha Kemlein (bis 71.): Farbloser Auftritt im Zentrum, keine Impulse im Offensivspiel.
Derrick Köhn: Defensiv konnte man ihm über 90 Minuten fast keinen Vorwurf machen. Offensiv allerdings kam er im vergangenen Sommer auch mit dem Versprechen, auf seiner Seite immer wieder Dampf zu machen, Flanken zu schlagen und damit auch Tore vorzubereiten. Davon war einmal mehr nichts zu sehen.
Stanley Nsoki (bis 90.+4): Bis in die Nachspielzeit war die Hoffenheim-Leihgabe einer der besseren Unioner. Seine Zweikämpfe löste er fast ausnahmslos fair, auch in der 25. Minute gegen Gladbach-Kapitän Rocco Reitz, der gegen Nsoki einen Elfmeter schinden wollte. Den Elfmeter, der zur Niederlage führte, verschuldete er allerdings sehr plump. Ein Abwehrspieler darf im eigenen Strafraum so nicht zu Werke gehen.
Janik Haberer (ab 46.): Zur Pause für Christopher Trimmel eingewechselt, fiel er vor allem mit einem unnötig harten Foul direkt vor den Trainerbänken auf. Die Gelbe Karte war völlig ausreichend, aber gut kann die Leistung nicht gewesen sein, wenn vor allem diese Szene in Erinnerung bleibt.
Unterdurchschnittlich
Oliver Burke (bis 81.): Als Ersatz für den gelbgesperrten Andrej Ilic durfte der Schotte mal wieder von Beginn an ran. Keiner seiner Sprints führte auch nur in die Nähe einer Torchance, zu einem eigenen Abschluss kam er auch nicht. Ein erschreckender Auftritt.
Wooyeong Jeong (bis 71.): Die gegnerischen Abwehrreihen müssen vor ihm zu selten Angst haben. Über ein paar Ansätze ging seine Leistung auch am Niederrhein nicht hinaus. Es wäre dringend Zeit für eine Pause.
Alex Král, Livan Burcu (beide ab 71.), Ilyas Ansah (ab 81.) und Dmytro Bogdanov (ab 90.+4).
