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Die Einzelkritik zur Union-Pleite: Doekhi zu lieb, Querfeld zu langsam

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14.02.2026

Wieder kein Sieg, einmal mehr drei Gegentore: Der 1. FC Union Berlin verliert mit 2:3 (1:2) in Hamburg und muss in der Tabelle plötzlich doch wieder nach hinten schauen. Die ausführliche Einzelkritik zur Niederlage der Köpenicker.

Christopher Trimmel: Auf seiner rechten Seite hatte er Gegenspieler Philip Otele über 90 Minuten gut im Griff. Viele Standardsituationen, bei denen er als Flankengeber in Erscheinung hätte treten können, erspielten sich die Gäste dagegen nicht.

Andrej Ilic: Ein Stürmer, der ein Tor vorbereitet und ein weiteres erzielt, kann eigentlich nicht viel falsch gemacht haben. Wäre da nicht die verhängnisvolle Szene kurz vor dem Halbzeitpfiff gewesen. Schon vorbei an HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes versagten ihm, das leere Tor vor Augen, die Nerven. Ein kaum zu glaubender Fehlschuss, der an seine vergebene Großchance zu Jahresbeginn gegen Mainz erinnerte. Statt mit einer Führung gingen die Eisernen mit einem Rückstand in die Pause.

Rani Khedira (bis 75.): Nicht einmal drei Minuten waren gespielt, da störte er Bakery Jatta in höchster Not bei dessen Torabschluss. Khedira fiel danach durch enormen Fleiß und mit einem öffnenden Pass auf Andrej Ilic auf. Der Angreifer schob den Ball allerdings am leeren Tor vorbei. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Hausherren im Zentrum klar die Oberhand hatten.

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Tim Skarke (ab 60.): Unmittelbar nach seiner Einwechslung drehte er seinen Gegenspieler auf der rechten Seite ein und schlug eine präzise Flanke. Sinnbildlich für den neuen Schwung, für den er nach seiner Hereinnahme sorgte. Allerdings vergab er auch eine große Ausgleichschance (64.).

Livan Burcu (ab 60.): Die Chance von Tim Skarke bereite er gut vor und auch ansonsten war er ein belebendes Element im Spiel nach vorne.

Frederik Rönnow: Beim ersten Gegentor konnte er nichts ausrichten, beim Rückstand kurz vor der Pause hatte er den Fuß allerdings rechtzeitig im kurzen Eck. Arg unglücklich, dass der Ball ans Aluminium und von dort hinter die Linie sprang. Gegen Miro Muheim verhinderte er in der Schlussphase einen möglichen vierten Gegentreffer.

Danilho Doekhi: Es ehrt den Niederländer sehr, dass er sämtliche Zweikämpfe auf dem Feld fair führen möchte, sich nur in Ausnahmefällen Gelbe Karten abholt. Vor dem zwischenzeitlichen Ausgleich hätte er Fabio Vieira aber zwingend taktisch foulen müssen. Die Szene trübte einen ansonsten ordentlichen Auftritt.

Leopold Querfeld: Im Gegensatz zur Vorwoche verwandelte er seinen Strafstoß diesmal ganz souverän – erstmals in die rechte Ecke vom Schützen ausgesehen. Vor dem 1:1 stürmte er aber zu übermotiviert auf Vorlagengeber Robert Glatzel, war in dieser Szene so aus dem Spiel genommen. Beim dritten Gegentor ließ er sich viel zu einfach von Ransford Königsdörffer überlaufen.

Stanley Nsoki (bis 83.): Kein guter Auftritt des Vertreters von Diogo Leite. Unsicher in der Verteidigung, uninspiriert im Spielaufbau und daher keine Bewerbung für weitere Startelf-Einsätze.

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Derrick Köhn: In seiner Geburtsstadt war er vorne unauffällig und hinten ein Schwachpunkt. Direkt in der Anfangsphase verschuldete er unnötig einen Eckball, ansonsten wirkte er in den Zweikämpfen nicht aggressiv genug. Beim zweiten Gegentor hatte Bakery Jatta viel zu viel Zeit, den Ball präzise ins Zentrum zu spielen. Einziger Glanzpunkt: Sein toller Freistoß, mit der er leider nur die Latte traf (71.).

Aljoscha Kemlein (bis 83.): Man hätte sich im Zentrum die Zweikampfhärte gewünscht, die Gegenüber Nicolai Remberg an den Tag legte. Der grätschte, rackerte, tat den Köpenickern immer wieder weh – Kemlein dagegen kam viel zu selten in die direkten Duelle.

Wooyeong Jeong (bis 60.): Es war einmal mehr nicht das Spiel des Südkoreaners, der sich in kaum einem Zweikampf durchsetzen konnte. Nach einer Stunde wurde er mit seiner Auswechslung erlöst.

Ilyas Ansah (bis 60.): Bei seiner einzig nennenswerten Aktion wurde er von Luka Vuskovic resolut per Grätsche abgeräumt. Abgesehen davon ein weitgehend lahmer Auftritt.

Unterdurchschnittlich

Alex Král (ab 75.), Oliver Burke und András Schäfer (beide ab 83.).


© Berliner Zeitung