Blamage beim Letzten: 1. FC Union Berlin erlebt Saisontiefpunkt in Heidenheim
In den vergangenen Jahren war der 1. FC Heidenheim in der Fußball-Bundesliga ein stets unangenehmer Gegner. Einen, gegen den man gut und gerne mal verlieren konnte. Kein Verein hatte allerdings derart unter den immer bis zum Schluss lauf- und kampfstarken Heidenheimern leiden müssen wie der 1. FC Union Berlin. In bislang fünf direkten Duellen im Fußball-Oberhaus hatte die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt viermal die Oberhand behalten, einmal teilten die beiden Teams die Punkte.
Eine Bilanz, die nun kurz vor dem Saisonende 2025/26 aus Berliner Sicht unbedingt aufgehübscht werden sollte. Dem FCH fehlt es in der laufenden Spielzeit auch wegen verschiedener Abgänge im vergangenen Sommer an Qualität. 16 Punkte hatte Heidenheim nach 28 Spieltagen gerade einmal gesammelt, zuletzt 15 Spiele in Serie nicht gewonnen. Der feststehende Abstieg ist nur noch eine Frage der Zeit. Nie war die Gelegenheit für Union günstiger, den Fluch zu brechen, endlich zu zeigen, dass es keinen Heidenheim-Komplex gibt. Die Dienstreise auf die Ostalb wurde für die Köpenicker nun aber zu einem abermaligen Albtraum.
1. FC Union Berlin: Warum jedes Tor im Abstiegskampf der Bundesliga zählt
Von O bis O: Andrej Ilic lässt die Fans des 1. FC Union Berlin ein Jahr warten
Mit 1:3 (0:2) unterlag die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart dem Schlusslicht. Mathias Honsak (9., 36.) erzielte die ersten beiden Tore, bei denen die Defensive der Gäste kaum Gegenwehr zeigte. Leopold Querfeld gelang der zwischenzeitliche Anschlusstreffer (75.), ehe Budu Zivzivadze den Endstand herstellte (79.).
Der Start in diese Begegnung des 29. Spieltags verlief eigentlich vielversprechend. Andrej Ilic und Oliver Burke spielten auf der linken Seite Derrick Köhn frei, der sein Visier aber völlig falsch eingestellt hatte. Frei vor Torhüter Diant Ramaj versagten ihm bei seinem Schuss auf die Tribüne die Nerven. Nach 84 Sekunden hätte das Spiel bei einem erfolgreichen Abschluss des linken Schienenspielers womöglich einen anderen Verlauf genommen.
Es war gleichzeitig das letzte offensive Union-Aufbegehren bis zum Seitenwechsel. Die Hausherren waren besser, trafen erst durch Honsak nach einer Flanke von Marvin Pieringer zur Führung, vergaben kurz danach in Person von Marnon Busch einen möglichen zweiten Treffer (18.). Besser machte es wieder Honsak, als er einen verlängerten Einwurf von der rechten Seite im Zentrum gedankenschnell verwertete. Die Union-Profis waren in dieser Szene nur Statisten.
Linus Güther feiert Bundesliga-Debüt
Im zweiten Durchgang änderte sich am schlafmützigen Auftritt der Berliner zunächst nichts. Baumgart reagiert bis Mitte der zweiten Halbzeit mit insgesamt vier Wechseln und tatsächlich, Union wehrte sich gegen die drohende Niederlage. Ilic scheiterte mit seinem Kopfball an der Glanztat von Ramaj (74.), keine Minute später besorgte Leopold Querfeld wuchtig den Anschlusstreffer. Initialzündung für eine Schlussoffensive war das aber nicht. Auf der Gegenseite verhielten sich Querfeld und Danilho Doekhi stümperhaft im Zweikampf gegen den eingewechselten Zivzivadze. Der Georgier traf wuchtig zum Endstand, Frederik Rönnow im Union-Tor war ein weiteres Mal chancenlos.
Sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit kam Linus Güther noch zu seinem Profidebüt für den 1. FC Union Berlin. Im Alter von 16 Jahren und drei Tagen avancierte der Youngster nach Youssoufa Moukoko (damals Borussia Dortmund) zum zweitjüngsten Spieler der Bundesliga-Geschichte.
