„Herrlich Hosting“: Ein Kochbuch zwischen Kartoffelsalat und Chanel
Ein aus cremiger Butter geformter Pokal wird auf einem Silbertablett präsentiert. Das Tablett in der Hand hält Hannah Kleeberg, von Kopf bis Fuß in Chanel gehüllt – ein Tweed-Ensemble in hellem Aquablau. Die Kulisse dieser Szenerie bildet ein schottische Landhause aus grauem Naturstein. Es ist eines der ersten Bilder aus dem Kochbuch „Herrlich Hosting – Anyone, Anytime, Anywhere“, das am 31. März im Gestalten Verlag erscheint.
Wer hier klassische, fast schon klinische Rezept-Fotografie von akkurat drapierten Speisen auf weißen Tellern erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. Opulent gedeckte Tische und dekadente Inszenierungen wie etwa ein sich auftürmender, gefährlich wankender Pancake-Stapel treffen auf detailverliebte Outfits und Orte fernab der Küche.
Es ist eine Absage an das Konventionelle, die Entscheidung, Essen bewusst mit Mode und Editorial-Charakter in Verbindung zu bringen. „Ich hatte keine Lust auf ein verkrampftes, spießiges Kochbuch, in dem jemand auf dem Cover pflichtbewusst hinter dem Herd steht“, sagt Kleeberg. „Ich wollte etwas Trotziges, fast schon Anarchisches.“
Gastgeberin müsste man sein
Dieser Ansatz überrascht kaum, wirft man einen Blick auf die Vita der 27-jährigen. Die Leidenschaft für Mode und Kulinarik begleitete sie schon früh, doch das Inslebenrufen ihrer Marke „Herrlich Dining“ passierte eher zufällig. Was vor knapp vier Jahren als Instagram-Account für Rezepte begann, entwickelte sich zu einem der bekanntesten kulinarischen Kreativstudios in Berlin.
Bis zu ihrer ersten großen Anfrage hatte sie privat nicht für........
