Trip nach Dresden: Was ich als Wessi in Sachsen gelernt habe
Ich bin ein Wessi und das erste Mal war ich 1994 in Dresden. Ich war mit einer Freundin dort, die mit ihrer Mutter über die Prager Botschaft in den Westen geflüchtet war und die ich auf einer Party in Bochum kennengelernt hatte.
Vieles war provisorisch, tastend, neugierig
Wir wohnten in der Dresdner Neustadt, die mir als das „Kreuzberg Dresdens" angepriesen wurde. Ich weiß noch, dass ich gerade den Ersten Mai erlebt hatte und nur dachte: Bitte, nicht!
Es war eine Zeit, in der noch viel im Provisorium war: Häuser eingerüstet, Straßen aufgerissen, Selbstverständlichkeiten neu verhandelt. Man konnte den Umbruch sehen. Aber man konnte ihn vor allem spüren. Die Gespräche waren tastend, neugierig, manchmal unbeholfen, beiderseits – aber selten ideologisch aufgeladen. Ich fand alles frisch, und auch ich als Westdeutscher war aufgeregt.
Ich bin damals ohne besonderes Programm gefahren. Ich fuhr auch nicht als „Wessi“, sondern als Besucher einer Stadt, die ich nicht kannte. Und........
