KOKA36 ist insolvent - muss auch der legendäre Club SO36 schließen?
Die Berliner Konzertkasse KOKA36 hat Insolvenz angemeldet. Wie aus einem Eintrag des Amtsgerichts Charlottenburg vom 11. Februar hervorgeht, wurde ein entsprechendes Verfahren bereits eröffnet, wie das Szene-Magazin Groove vermeldete. Das Geschäft in der Oranienstraße in Kreuzberg, seit mehr als 30 Jahren Anlaufstelle für Konzertbesucher, ist seit vergangener Woche geschlossen. Der Google-Status vermeldet eine vorübergehende Schließung , auch die Website der Konzertkasse ist derzeit nicht erreichbar. Ob der Betrieb wieder aufgenommen wird, ist noch nicht geklärt.
Es fehlen 40.000 Euro
Von der Entwicklung ist auch der benachbarte Club SO36 betroffen. Nach eigenen Angaben fehlen der Punk-Nachtleben-Legende infolge ausbleibender Einnahmen aus dem Ticketvorverkauf rund 40.000 Euro. Eine Crowdfunding-Kampagne soll den Verlust teilweise ausgleichen. Die Betreiber des Clubs betonen indes, dass bereits geplante Konzerte stattfinden und Künstler sowie Vertragspartner bezahlt werden.
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Mit KOKA36 steht eine der letzten unabhängigen Konzertkassen Berlins vor einer ungewissen Zukunft. Seit 1991 bot das Unternehmen ein breites Spektrum von Klassik bis Punk an und galt als feste Größe im Kiez. Die Insolvenz fällt in eine Phase zunehmender Konzentration im Ticketvertrieb, in der vor allem große Online-Anbieter den Markt prägen. Bereits im November war Gründer und langjähriger Geschäftsführer Christian Raschke gestorben.
