menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Gesichtserkennung im Iran: Wie russische KI-Software die iranische Opposition jagt

30 0
06.03.2026

Im Iran tobt ein Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Trotz massiver Internetsperren fluten Bilder jubelnder Menschen nach dem Tod von Ayatollah Ali Chamenei das Netz. In den Straßen Teherans reagieren die Behörden deshalb mit Härte: Mobiltelefone von Passanten werden kontrolliert, während staatliche Medien die spontanen Versammlungen von Protestierenden weitgehend totschweigen.

Die Zusammenkünfte der zivilen Opposition, die im Januar ihren bisherigen Höhepunkt erreichten, entgingen jedoch nicht den Blicken der Überwachungskameras. Die Mullahs, die nach erheblichen strategischen Verlusten durch amerikanische und israelische Angriffe um ihre Zukunft ringen, verdanken ihre Langlebigkeit auch einem umfassenden Überwachungs- und Repressionsapparat. Die eigentliche Jagd findet längst im Verborgenen statt – gesteuert von Algorithmen, die aus Russland importiert wurden.

Die Achse Russland-Iran weitet sich auf Algorithmen aus

Recherchen von Le Monde und dem Investigativnetzwerk Forbidden Stories zeigen, dass der iranische Überwachungsapparat inzwischen auf einer Technologie basiert, die nicht im Iran entwickelt wurde, sondern in Russland. Im Zentrum steht eine Software namens FindFace, entwickelt von der russischen Firma NtechLab. Sie gilt als eine der leistungsfähigsten Gesichtserkennungs-KIs auf dem Markt.

Die Technologie kann Gesichter in riesigen Datenbanken identifizieren, Bewegungen nachverfolgen und Personen über verschiedene Kameras hinweg erkennen. Medienberichten zufolge........

© Berliner Zeitung