Guido Maria Kretschmers Kosmetiklinie bei Rossmann: Viel gewollt, halb gekonnt
TV-Liebling Guido Maria Kretschmer erweitert sein Universum: Gemeinsam mit Rossmann bringt er erstmals eine eigene Beauty-Linie auf den Markt. Seit dem 16. März 2026 ist die Kollektion aus Skincare und dekorativer Kosmetik in den Filialen und online erhältlich – und positioniert sich klar im erschwinglichen Segment.
Mit Preisen zwischen 3,49 Euro für eine Gesichtsmaske und 12,99 Euro für die „Nightcream Intense“ soll die Linie vor allem eines sein: zugänglich. „Schönheit darf kein Luxus sein“, so die Überzeugung von Guido Maria Kretschmer.
Ein langjähriger Wunsch des Designers wird wahr
Die Motivation hinter der Linie ist laut Pressemitteilung auch biografisch geprägt. So habe der Wunsch nach einer eigenen Pflegelinie schon lange in Kretschmer gesteckt – unter anderem, weil er seiner Mutter früher einmal eine hochwertige Creme schenken wollte, es sich aber nicht leisten konnte. Diese Erfahrung wird zum Markenversprechen: hochwertige Pflege, die für viele erreichbar ist.
Zwischen Designanspruch und Drogerie
Die Kollektion umfasst insgesamt 17 Produkte, von Reinigungsschaum über Seren bis hin zu Mascara und Lippenstift. Im Fokus stehen pflegende Texturen, alltagstaugliche Farben und eine unkomplizierte Beauty-Routine. Damit reiht sich die Linie in einen größeren Trend ein: Skincare als Selbstliebe, als tägliches Ritual und Ausdruck von Wohlbefinden.
Auch optisch transportiert die Linie den Anspruch von erschwinglichem Luxus: Roségoldene Deckel und Tuben treffen auf ein pragmatisches Drogerieflair. Die Verpackungen sind klar, reduziert, funktional. Ein Design, das Wertigkeit andeutet, ohne sich vom Massenmarkt zu entfernen.
Zwischen Flieder und Polyester: Bridgerton à la Guido Maria Kretschmer
Camouflage im Trend: Modisch oder makaber?
Kritik aus der Community
Doch nicht alle reagieren begeistert. Auf Instagram äußern Nutzer schnell Kritik an der Formulierung der Produkte. Unter einem Beitrag zur Linie schreibt eine Userin: „Großes JA zum Thema Wohlbefinden. Skincare ist Selfcare und ein Stück weit Autonomie. Nur warum ist der Großteil schon wieder parfümiert und voll mit allergenen Duftstoffen? Davon haben wir schon SO viel.“
Der Kommentar bekommt rund 70 Likes – viele scheinen diese Einschätzung zu teilen.
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Problemzone: Duftstoffe
Tatsächlich zeigt sich hier ein altbekanntes Spannungsfeld der Kosmetikindustrie. Duftstoffe sorgen für ein angenehmes Anwendungserlebnis, können aber gerade bei empfindlicher Haut problematisch sein. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe der Linie bestätigt die Kritik: Neben „Parfüm“ finden sich auch deklarationspflichtige Duftallergene wie Linalool oder Alpha-Isomethyl Ionone.
Solche Stoffe stehen seit Jahren in der Kritik, weil sie die Haut reizen oder sensibilisieren können. Das bedeutet: Selbst wenn ein Produkt zunächst gut vertragen wird, kann es bei regelmäßiger Anwendung zu Reaktionen kommen. Typische Folgen reichen von Rötungen und Juckreiz bis hin zu entzündlichen Hautreaktionen – nicht ideal für empfindliche Haut, insbesondere bei Produkten wie einer Nachtcreme, die über Stunden auf der Haut bleiben.
Gut gemeint, aber nur halb gekonnt
Unterm Strich gelingt Guido Maria Kretschmer mit der neuen Beauty-Linie für Rossmann ein zugänglicher Einstieg in Designer-Kosmetik für den Massenmarkt. Die Produkte sind preislich attraktiv und folgen dem Zeitgeist rund um Selfcare und Alltagsluxus.
Gleichzeitig zeigt sich: Zwischen dem Anspruch „Schönheit darf kein Luxus sein“ und den Bedürfnissen aller Hauttypen bleibt eine Lücke. Für empfindliche Haut ist die Linie daher – trotz guter Absicht – nicht unbedingt die erste Wahl.
„Guido Maria Kretschmer & Rossmann“. Erhältlich unter www.rossmann.de
