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Tschüss Beigegeschmack: Jetzt kommt „Sinnliches Chaos“

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15.04.2026

Wer in den vergangenen zehn Jahren durch die Wohnungen der Hauptstadt geblickt hat, die irgendwo zwischen Berlin-Mitte- und Pinterest-Ästhetik pendeln, fand oft eine seltsame Gleichförmigkeit vor: greigefarbene (also eine Mischung aus Grau und Beige) Wände, cremefarbene Sofas, ein einzelnes Pampasgras, das sich in seiner matten Vase leicht zur Seite neigt – als würde es bald umfallen vor lauter Zurückhaltung. So wirkte die Wahl neutraler Töne eher wie ein Akt der Anpassung an einen ästhetischen Gruppenzwang als ein Ausdruck von Stilbewusstsein.

Nun bröckelt diese triste Fassade und der Maximalismus hält Einzug in die Innenräume. Die sterile Leere weicht einem Mix aus verschiedenen Hölzern, Metallen und Tapeten, die inzwischen sogar die Decken erobern. Statt sanfter Töne dominieren satte, tiefe Farben – Kirschrot, Senfgelb, Tintenblau. Ergänzt werden sie durch braune Holzmöbel, Samt und Plissiertes sowie übergroße Drapierungen. Die Zeitschrift Vogue Scandinavia hat diesen Trend als „sinnliches Chaos“ bezeichnet.

Doch der Maximalismus birgt eine Gefahr. So verlockend die neue Lust am Überfluss ist, wer den Stil als „viel hilft viel“ versteht, landet schnell bei Reizüberflutung. Denn am Ende soll uns die Einrichtung nicht erdrücken, sie ist kein Zufallsprodukt, sondern eine bewusste Entscheidung für die richtige Balance. Ohne Fahrplan wird aus dem „sinnlichen Chaos“ schlicht Chaos.

Eine Renaissance der Opulenz

Das Berliner Innenarchitekturstudio Studio Bosko erkennt darin vor allem einen........

© Berliner Zeitung