Geisterrad der Geschichte: Jan Bosse inszeniert das „Automatenbüffet“ im Deutschen Theater
Was um die Wende zum 20. Jahrhundert ein richtiges Automatenbüffet war, das ließ alles Werkeln an dem Angebot seiner Leckereien selbstverständlich im Verborgenen. Kellnerinnen sah man keine, denn der Schein des Maschinellen machte gerade den Reiz. Es galt: Münze rein, Klappe auf, Bier und Brötchen raus. Wunder des Fortschritts!
In der Berliner Friedrichstraße stand der erste Futterautomat dieser Art und die in Wien gebürtige, aufstrebende Wahlberlinerin Anna Gmeyner (1902-1991), wird zwischen ihrer Arbeit als Dramaturgin bei Piscator und den eigenen Schreibversuchen sicher des Öfteren das unverbindliche Treiben in diesem modernen Lifestyle-Ding beobachtet haben. Das war Anfang der 1930er-Jahre, zu einer Zeit, als die Verheißungen des maschinell emanzipierten Lebens allerdings schon wieder nah ans Abgründige rückten.
In Anna Gmeyners sozialkritischem Volksstück „Automatenbüffet“, das 1932 in Hamburg uraufgeführt wurde, bröckelt diese befreite Moderne jedenfalls schon wieder gewaltig. Die Klappen im Etablissement der geschäftigen Wirtin Adam reagieren längst nicht mehr nur auf bare Münze, sie springen schon auf, wenn jemand nur einen Knopf in den Schlitz wirft. Zudem gibt es bei ihr, um die schnell fluktuierende Kundschaft bei Laune zu halten, das Bier auch schon nicht mehr nur aus der Klappe, sondern wieder serviert von einer........
