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„Ostdeutschland ist elektrisch“ – doch die Welt entscheidet anders

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19.02.2026

„Ostdeutschland ist elektrisch“, verkündete Andreas Rade, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie (VDA), jüngst im Rahmen des „Branchendialogs Ost“. Das neue Format, initiiert von der Ostbeauftragten der Bundesregierung, Staatsministerin Elisabeth Kaiser (SPD), soll die Weichen für die Zukunft der regionalen Schlüsselindustrie stellen.

Dazu wurden neben dem Bundesumweltminister auch hochrangige Vertreter der Automobilwirtschaft ins Finanzministerium zum Gespräch geladen. Das Narrativ der Bundesregierung ist dabei klar: Der Osten habe den Transformationsschwerpunkt zur Elektromobilität früher gesetzt als der Westen und sei deshalb krisenfester.

Die nackte Statistik ist dabei wenig feierlich. Wie das Statistische Bundesamt Ende November letzten Jahres mitteilte, hat die Zahl der Beschäftigten in der gesamtdeutschen Automobilindustrie mit 721.400 einen historischen Tiefstand erreicht. Zuletzt arbeiteten Ende 2011 so wenige Menschen in dieser Branche. Allein im vergangenen Jahr wurden bundesweit rund 50.000 Stellen im Autosektor gestrichen.

„Schwarze Wolke“ der Verlagerung

Im Osten hängt laut Staatsministerin Kaiser „jeder vierte Industriearbeitsplatz am Automobilsektor“. Damit ist die Abhängigkeit von einer einzigen Technologie und deren globaler Marktakzeptanz in den neuen Bundesländern deutlich höher als im Westen der Republik.

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Im vergangenen Jahr waren 60 Prozent aller in Ostdeutschland produzierten Pkw Elektroautos – im Westen nur 35 Prozent, deutschlandweit 40 Prozent. Das geht aus Berechnungen der Leipziger Initiative Automotive Cluster........

© Berliner Zeitung