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Die Dosis macht das Gift

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31.05.2026

Diese Zeilen entstehen in Kroatien. Traditionell fahre ich mit engen Freundinnen jedes Jahr entweder zu Pfingsten oder zu Fronleichnam – je nachdem, was besser liegt – nach Istrien und wir eröffnen den Sommer.

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Dazu gehören einige Traditionen: Das erste Abendessen gibt’s immer im Lokal unter unserem Apartment, ein Eis von dieser einen Kette mit den ungewöhnlichen Eissorten muss sein, und Frühstück wird am ersten Morgen am Markt geholt und dort immer beim ersten Gemüsestand links, der hat die besten Kirschtomaten und Erdbeeren.

Eine der Traditionen ist allerdings auch eine, die nicht zwingend zu meiner Konsumwelt passt: Es gibt in diesem Ort einen Laden mit lauter Dingen aus Plastik, die man eigentlich nicht braucht. Da gibt es zum Beispiel Quietscheentchen in allen möglichen Verkleidungen; Schreibutensilien einer bei Kindern momentan sehr beliebten Marke; bunte, lustige Socken; lustige Küchengadgets; Fächer, auf denen „Fucking Hot“ draufsteht; und völlig überteuerte Thermosbecher. In diesem Laden – und zwar nur dort – lasse ich auch jedes Jahr Geld. Am liebsten für Dinge, auf denen „Fuck“ steht, ich bin im Geiste nämlich ein frisch pubertierender Bub, müsst ihr wissen. Dieses Jahr war’s eine Cap mit „Fuck off“ drauf und obengenannter Fächer mit „Fucking Hot“. Einfach, weil.

Nostalgie als Kauftrigger

Ich weiß, dass es diese Produkte auch in Wien gibt, ich weiß sogar, in welchem Laden, und ich kenne und mag die Besitzerin dieses Ladens wahnsinnig gern. Aber kaufen tu ich so gut wie nie bei ihr, maximal Geburtstagsbillets. Hier in Kroatien liebe ich diesen Mini-Kaufrausch, hier........

© Wiener Zeitung