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Warum Österreichs Klubfußball in Europa chancenlos ist

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21.01.2026

2026 ist ein wichtiges Fußballjahr: Österreich nimmt erstmals seit 28 Jahren an einer WM teil. Gerald Gossmann schreibt daher ab sofort alle zwei Wochen, jeden zweiten Dienstag, eine kritische Fußballkolumne.

Die Spiele werden zur Qual – für Fußballer und Fans. Pleiten und Blamagen dominieren. Im Herbst wurden 14 von 18 Europacup-Gruppenspielen verloren, nur zwei gewonnen. So eine Misere gab es Jahrzehnte nicht mehr. Sturm Graz, Rapid Wien und Salzburg unterliegen selbst Außenseitern. Austria Wien und der Wolfsberger AC ersparten sich die Dauer-Demütigungen nur, weil sie schon in der Qualifikation rausgeflogen waren. Im Saison-Vergleich liegt Österreich auf Rang 35 von 55 Nationen – hinter Fußballzwergen wie Gibraltar.

Man könnte meinen: Heimische Klubs waren immer anfällig für Prügel und Pleiten – warum die Aufregung? Doch das stimmt nur bedingt. 2022 lag Österreich in der UEFA-Fünfjahreswertung noch auf dem achten Platz, gleich hinter den Top-Nationen. Große Gegner wurden reihenweise besiegt. Die fetten Jahre brachten Millionen, die Klubs vermeldeten Rekordumsätze. Eigentlich beste Bedingungen, um den Erfolgslauf zu verlängern. Nun aber sind alle chancenlos. Im Fünfjahresranking stürzte Österreich zuletzt auf Platz 17 ab.

Der tiefe Fall erzählt viel über Österreichs Fußballbetrieb, der sich im Schatten alter Erfolge, neuer Stadien und Millionentransfers modern präsentiert, aber weiterhin tief von Provinzialität durchdrungen ist.

Der Aufschwung hatte dagegen viel mit Innovation und Mut zu tun. Vor zehn Jahren entwickelte RB Salzburg ein Modell, das in Europa für Aufsehen sorgte: Junge Top-Talente spielten aufregenden Angriffsfußball, gecoacht von wenig bekannten, aber kreativen Trainern. Davor hatten Klubs aus simpler Vermarktungslogik gerne auf bekannte Ex-Fußballhelden gesetzt und so ein System aus Klüngelei und Kleingeistigkeit etabliert.

2014........

© Wiener Zeitung