Salzburg, Rapid & Co. wollen zurück in Europas Elite
Österreichs Klubfußball steckt in einer großen Krise, obwohl er noch vor Kurzem ein Kassenschlager war. 2022 lag die Bundesliga im Europa-Vergleich auf dem achten Platz, gleich hinter den Fußballweltmächten. 2018 stand RB Salzburg im Europacup-Halbfinale, 2020 der LASK im Achtelfinale, 2024 Rapid Wien im Viertelfinale. Die Österreicher traten mutig und offensiv auf. Deutsche, Spanier, Italiener wurden besiegt. Doch die goldenen Zeiten sind vorbei. Vergangene Saison konnten die Europacup-Starter Salzburg, Sturm Graz und Rapid 18 ihrer 22 Gruppenspiele nicht gewinnen. Sogar gegen Underdogs wie Craiova aus Rumänien war man chancenlos.
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Innerhalb weniger Jahre ist Österreich abgestürzt: vom achten auf den 22. Platz. Und das, obwohl die Liga viel besser abschneiden müsste. Von der wirtschaftlichen Potenz her läge sie in den Top 15 Europas, erklärte Bundesliga-Boss Christian Ebenbauer zuletzt. Die Klubs verfügen über neue Stadien und moderne Nachwuchsakademien, und sie erwirtschaften so viel Geld wie nie. Salzburg kam zuletzt auf einen Jahresumsatz von 157 Millionen Euro. Auch Sturm (92 Millionen), Rapid (61 Millionen) und der LASK (50 Millionen) erzielten neue Bestmarken. Und trotzdem brachten sie den heimischen Kick in eine verheerende Lage.
Ab nächster Saison dürfen nur noch vier statt fünf Teams in Europa mitspielen. Dazu kommen höhere Hürden. Lange hatte die Liga einen Fixplatz in der Champions League und mehrere Gruppenphasen-Teilnahmen sicher. Künftig ist gar nichts mehr fix. Sogar das kleine Zypern hat Österreich abgehängt. Ein langfristiger Verbleib im fußballerischen Niemandsland droht. Die Bundesliga braucht dringend einen guten Plan. Hinter verschlossenen Türen wird seit Monaten gegrübelt. Gibt es zündende Ideen für den Turnaround?
Österreichs Fußball muss sich neu erfinden. Jahrelang profitierte die Liga von den Innovationen bei Red Bull Salzburg. Dort wurden eine Spielweise und ein Geschäftsmodell entwickelt, die den heimischen Kick an Europas Elite andocken ließen. Viele Klubs kopierten die Bullen. Sie spielten ebenso mutig und verkauften Talente aus aller Welt um Millionenbeträge. Der mutige Rambazamba-Kick wurde zum Alleinstellungsmerkmal für den lange dahinsiechenden Ösi-Fußball. Doch nun funktioniert der zentrale Baustein nicht mehr: die Spielweise. Sie ist gealtert und großteils decodiert.
Identitätssuche und Chaos
RB Salzburg, das die besten Voraussetzungen hätte, um Neues zu entwickeln, zeigte sich aber orientierungslos. In drei Jahren wechselte der Klub sieben Trainer........
