menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

150.000€ für die Ermordung einer Journalistin in Europa

107 0
16.10.2026

Daphne Caruana Galizia wurde 2017 in Malta für 150.000 Euro ermordet, nachdem sie Korruption aufdeckte.

Yorgen Fenech, mutmaßlicher Auftraggeber, wurde trotz eindeutiger Beweise freigesprochen, was europaweit Kritik auslöste.

Der Fall zeigt das Versagen europäischer Schutzmechanismen für investigative Journalistinnen und die anhaltende Straflosigkeit für Täter.

Am 16. Oktober 2017 wurde Daphne Caruana Galizia in Malta ermordet.

Für den Mord wurden den Auftragsmördern 150.000 Euro versprochen.

Yorgen Fenech, mutmaßlicher Haupttäter, wurde 2026 in Malta freigesprochen.

Zum Zeitpunkt ihres Todes liefen 47 Klagen gegen Caruana Galizia.

Daphne Caruana Galizia wurde 2017 in Malta für 150.000 Euro ermordet, nachdem sie Korruption aufdeckte.

Yorgen Fenech, mutmaßlicher Auftraggeber, wurde trotz eindeutiger Beweise freigesprochen, was europaweit Kritik auslöste.

Der Fall zeigt das Versagen europäischer Schutzmechanismen für investigative Journalistinnen und die anhaltende Straflosigkeit für Täter.

Am 16. Oktober 2017 wurde Daphne Caruana Galizia in Malta ermordet.

Für den Mord wurden den Auftragsmördern 150.000 Euro versprochen.

Yorgen Fenech, mutmaßlicher Haupttäter, wurde 2026 in Malta freigesprochen.

Zum Zeitpunkt ihres Todes liefen 47 Klagen gegen Caruana Galizia.

Es ist ein Bild, das sich in das kollektive Gedächtnis des europäischen Journalismus eingebrannt hat, auch wenn die europäische Öffentlichkeit es nur zu gerne verdrängt: Ein verbranntes Wrack, Rauchsäulen über den Hügeln, verstreute Trümmer auf einem Feld nahe der maltesischen Kleinstadt Bidnija. Am 16. Oktober 2017 detonierte unter dem Fahrersitz eines Peugeot 108 eine Bombe. Der Wagen gehörte einer Journalistin.

Kennst du schon?: Südafrika: Wenn Laufen zum Sicherheitsrisiko wird

Daphne Caruana Galizia war sofort tot. Sie wurde 53 Jahre alt.

Der Preis für das Schweigen einer der mutigsten Investigativjournalist:innen in der Europäischen Union betrug 150.000 Euro. Das war die Summe, die den Auftragsmördern versprochen wurde. Aufgerollt wurden diese Detailsim Sommer dieses Jahres im Rahmen des Prozessauftaktes gegen den mutmaßlichen Haupttäter Yorgen Fenech, einem maltesischen Geschäftsmann.

Der weitere, große Skandal folgte daraufhin, sprich vor wenigen Wochen: Fenech wurde von einem Geschworenengericht in Malta freigesprochen. Die Entscheidung sorgte für große Kritik unter Menschenrechtsaktivist:innen und Journalist:innen. Denn eigentlich war die Beweislage mehr als eindeutig: Es gab Aufzeichnungen und Textnachrichten, die Fenechs Täterschaft belegten.

Wenn in der Ukraine, in den Kartellgebieten Mexikos oder in Gaza Journalist:innen gezielt getötet werden, schaut Europa meist mit berechtigter Empörung hin. Wir erheben den Zeigefinger, mahnen die Einhaltung der Menschenrechte an und verweisen stolz auf unsere demokratischen Werte, unsere Rechtsstaatlichkeit sowie die Pressefreiheit, die für jeden zu gelten hat. Europa versteht sich gerne als Hort der Freiheit, als moralischer Leuchtturm in einer Welt, die immer autoritärer wird.

Doch die Ermordung Caruana Galizias zertrümmerte diese Illusion. Sie verdeutlichte auf grausame Weise: Wer in der EU den Mächtigen zu nahekommt, wer die Verflechtungen von Politik, organisierter Kriminalität und Finanzelite freilegt, lebt gefährlich. Und die........

© Wiener Zeitung