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Verfahren eingestellt

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13.04.2026

Verfahren zu Gewalt gegen Frauen, besonders digital, werden meist eingestellt und Opfer nicht ernst genommen.

Gesetzeslücken und mangelnde Sensibilisierung im Justizsystem erschweren die Strafverfolgung erheblich.

Neue Gesetze allein reichen nicht, solange Bewusstseinsreformen und konsequente Anwendung fehlen.

2024: In Österreich wurden 1344 Vergewaltigungen angezeigt, 1082 Verfahren eingestellt.

In Brandenburg wurden 2024 86 %, in Berlin 76 % der Verfahren zu häuslicher Gewalt eingestellt.

Seit 1. September ist das Versenden von “Dickpics” in Österreich strafbar.

Nur etwa 9,37 % der Vergewaltigungsfälle in Österreich enden mit Schuldspruch.

Verfahren zu Gewalt gegen Frauen, besonders digital, werden meist eingestellt und Opfer nicht ernst genommen.

Gesetzeslücken und mangelnde Sensibilisierung im Justizsystem erschweren die Strafverfolgung erheblich.

Neue Gesetze allein reichen nicht, solange Bewusstseinsreformen und konsequente Anwendung fehlen.

2024: In Österreich wurden 1344 Vergewaltigungen angezeigt, 1082 Verfahren eingestellt.

In Brandenburg wurden 2024 86 %, in Berlin 76 % der Verfahren zu häuslicher Gewalt eingestellt.

Seit 1. September ist das Versenden von “Dickpics” in Österreich strafbar.

Nur etwa 9,37 % der Vergewaltigungsfälle in Österreich enden mit Schuldspruch.

Vor einigen Jahren nahm ich meinen Mut zusammen und ging in eine Wiener Polizeistation, um nach einer Morddrohung online Anzeige zu erstatten. Ein Mann auf Twitter hatte mir unter einem Tweet über Femizide sinngemäß mitgeteilt, ich würde die nächste sein.

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Feministin in der Öffentlichkeit zu sein war damals für mich noch neu, an Mord- und Vergewaltigungsdrohungen hatte ich mich also noch nicht gewöhnt. Ich war außerdem noch naiv genug zu glauben, frau würde mit einer Morddrohung ernst genommen werden.

Ergebnis meines Besuches bei der Polizei war allerdings ein „Da hat sich halt jemand einen Scherz erlaubt.“ – Kommentar des Beamten (ich habe ja durchaus einen sehr dunklen Humor, aber in welcher Welt es lustig sein soll, Leuten im Internet auszurichten, dass man sie ermorden will, erschließt sich mir nicht ganz) und ein Brief der Staatsanwaltschaft kurze Zeit später: Die Angelegenheit wurde nicht weiterverfolgt, das Verfahren wurde umgehend wieder eingestellt.

Warum erzähle ich diese Geschichte? Weil eine Verfahrenseinstellung der absolute Standard ist, wenn Frauen männliche Gewalt anzeigen.

Unwissenheit schützt vor Strafe

Seit 1. September steht in Österreich das nichtkonsensuelle Versenden von Genitalbildern (in aller Regel sogenannte „Dickpics“) unter Strafe – als eine Form der sexuellen Belästigung kann dafür eine Geldstrafe oder eine Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten verhängt werden. Oder........

© Wiener Zeitung