Suche nach Kinderbetreuung: „Ich habe viel geweint“
In der Steiermark gibt es zu wenige Kinderbetreuungsplätze, besonders für unter Dreijährige, was Eltern vor große Probleme stellt.
Die Vergabe von Betreuungsplätzen bevorzugt berufstätige Eltern, wodurch ein Teufelskreis für Arbeitssuchende entsteht.
Der Ausbau der Betreuung stockt, Qualitätsverbesserungen führen zu weniger Plätzen.
Gesellschaftlicher Druck belastet vor allem Mütter.
2024/25 wurden in der Steiermark 22,9 % der unter 3-Jährigen betreut
Im Juli 2026 warteten laut ORF rund 2.600 Kinder in der Steiermark auf einen Betreuungsplatz
In 74 von 285 steirischen Gemeinden gibt es umfassende Kinderbetreuung
Bis 2026 entstehen in Graz 154 zusätzliche Plätze und 7 neue Kindergartengruppen
In der Steiermark gibt es zu wenige Kinderbetreuungsplätze, besonders für unter Dreijährige, was Eltern vor große Probleme stellt.
Die Vergabe von Betreuungsplätzen bevorzugt berufstätige Eltern, wodurch ein Teufelskreis für Arbeitssuchende entsteht.
Der Ausbau der Betreuung stockt, Qualitätsverbesserungen führen zu weniger Plätzen.
Gesellschaftlicher Druck belastet vor allem Mütter.
2024/25 wurden in der Steiermark 22,9 % der unter 3-Jährigen betreut
Im Juli 2026 warteten laut ORF rund 2.600 Kinder in der Steiermark auf einen Betreuungsplatz
In 74 von 285 steirischen Gemeinden gibt es umfassende Kinderbetreuung
Bis 2026 entstehen in Graz 154 zusätzliche Plätze und 7 neue Kindergartengruppen
Jasmin Kos-Bayer hätte nach der Karenz auch mit weniger Stunden wieder in ihren Logistik-Job einsteigen können. „Aber ich hab mich gar nicht getraut, weniger zu arbeiten. Man hört von so vielen Müttern, die ‚nur‘ 50 Prozent arbeiten und überhaupt keine Chance auf einen Kinderbetreuungsplatz haben“, sagt die 36-jährige Grazerin. Also steigt sie im Herbst mit 26 Wochenstunden wieder in ihren Beruf ein. Ihr Mann arbeitet Vollzeit.
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Darin zeigt sich ein Dilemma: Wie viel Eltern arbeiten können, hängt von der Betreuung ab – ihre Chancen auf einen Betreuungsplatz hängen wiederum davon ab, wie viel sie arbeiten. Kos-Bayer zählt sich zu jenen, die „Glück gehabt“ haben: Ihr Sohn bekommt mit 16 Monaten einen Platz in der Wunscheinrichtung, fünf Gehminuten entfernt. „Ein Riesengeschenk.“ Doch sie weiß: Vielen bleibt der Platz verwehrt, aus ihrem Umfeld hört sie oft, „dass die Suche oft eine Katastrophe ist“.
Wenn die Arbeit über den Platz entscheidet
Was steckt dahinter? Wer in Graz einen Krippen- oder Kindergartenplatz sucht, wird nach Kriterien gereiht. Hauptwohnsitz, Berufstätigkeit und familiärer und sozialer Betreuungsbedarf spielen etwa eine Rolle. Auf WZ-Anfrage bestätigt die Stadt: Wer mehr arbeite, habe „höhere Chancen, einen Krippenplatz zu erhalten“. Die Stadt bewegt sich damit innerhalb der Vorgaben des Landes.
Ich will ja arbeiten und mich weiterbilden.
Emely Steinkellner steht am anderen Ende desselben Systems. Die 23-jährige Grazerin ist alleinerziehend, möchte wieder arbeiten und eigentlich im Herbst eine Ausbildung beginnen – ausgerechnet als Kinderbetreuerin. Früher hat sie als Schulassistentin gearbeitet. Für ihren zweieinhalbjährigen Sohn gab sie wie gefordert beim „Kinderportal“, der Plattform des Landes, drei Wunscheinrichtungen an – ohne Erfolg. Nach ihrer Schilderung spielte dabei eine Rolle, dass sie derzeit keinen Job habe. Damit steht sie vor einer paradoxen Situation: Steinkellner braucht Betreuung, um einen Job zu bekommen. Bei der Vergabe von Betreuungsplätzen ist es aber von Vorteil, bereits berufstätig zu sein. Doch beim AMS sei sie auf das Problem gestoßen, dass sie ohne gesicherte Kinderbetreuung dem Arbeitsmarkt nur eingeschränkt zur Verfügung stehe. „Ich bin in einen richtigen Teufelskreis geraten, habe überall widersprüchliche Informationen bekommen und viel geweint“, erzählt sie. „Ich will ja arbeiten und mich weiterbilden.“ Die Arbeiterkammer berichtet immer wieder von Eltern, die ihre Jobs sogar aufgeben müssen, weil sie ihre Kinder zuhause betreuen müssen.
Die Steiermark hinkt bei der Kinderbetreuung hinterher. Besonders knapp ist das Angebot bei den Jüngsten. 2024/25 wurden in der Steiermark 22,9 Prozent der unter Dreijährigen institutionell betreut – so wenige wie in keinem anderen Bundesland. Österreichweit waren es 35 Prozent. Auch bei den Drei- bis Fünfjährigen liegt die Steiermark hinten. Im Juli 2026 warteten laut ORF rund 2.600 Kinder auf einen........
