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Klimaschutz predigen, Schiene kürzen: Fataler Sparkurs bei DB Cargo

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01.03.2026

Die Bahn-Güterverkehrstochter DB Cargo will hierzulande von etwa 14.000 Jobs rund 6200 streichen. Nahezu jede zweite Stelle in Deutschland ist betroffen. Offiziell nennt DB Cargo als Gründe für den Stellenabbau Wettbewerbsfähigkeit, EU-Vorgaben und Sanierung. Doch zur Wahrheit gehört auch: Der Konzern schreibt seit Jahren rote Zahlen. Das jahrelange Verlustgeschäft ist nicht mehr tragbar, eine grundlegende Reform unausweichlich. Doch der personelle Kahlschlag wirft Fragen auf.

Schließlich will Deutschland den Klimaschutz vorantreiben. Eine wichtige Säule zum Erreichen dieses Ziels: den Gütertransport von der Straße – sprich Lkw – auf die Schiene verlagern. Dafür braucht es Kapazitäten, Infrastruktur – und vor allem Personal. Und keinen Abbau.

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Wer an der Schiene kürzt, schwächt den Wirtschaftsstandort Deutschland

Seit Jahren propagiert die Politik die Verkehrswende: weniger Lkw, weniger CO₂, weniger Staus. Doch wer dieses Ziel ernst meint, kann nicht sehenden Auges jene Strukturen ausbluten lassen, die genau das ermöglichen sollen. Und nicht nur das: Wer am Schienengüterverkehr kürzt, schwächt mittel- und langfristig die Wirtschaftlichkeit Deutschlands. Denn die Substanz, die jetzt verloren geht, ist für die Verkehrswende – und am Ende auch den Klimaschutz – notwendig. Und wird womöglich in ein paar Jahren wieder mühsam und teuer aufgebaut werden müssen. Es droht ein Rückschritt.

Eine Entscheidung beim Schienengüterverkehr rein nach betriebswirtschaftlichen Maßnahmen greift zu kurz. Die Politik ist jetzt am Zug. Denn: Wer Klimaziele setzt, muss bereit sein, die dafür nötigen Strukturen zu sichern – notfalls auch mit langfristiger Perspektive statt kurzfristiger Rendite.


© Westfaelische Rundschau