Noch einmal volltanken? Steigende Ölpreise bedrohen nicht nur Autofahrer
Autofahrer sollten ihr Fahrzeug besser noch einmal auftanken. Denn der Ölpreis, und damit versetzt auch der Preis für Gas, Benzin oder Diesel, dürfte weiter nach oben schießen. Der Grund liegt auf der Hand. Die Versorgung mit dem Treibstoff der Weltwirtschaft droht durch den Krieg im Nahen Osten ins Stottern zu geraten.
Vergangene Krisen in der ölreichen Region haben genau dazu geführt. In diesem Fall kommt noch die militärische Bedrohung der Straße von Hormus dazu. Durch das Nadelöhr am Persischen Golf wird ein großer Teil der Öl- und Gastransporte geleitet. Kommt nicht mehr genügend Nachschub aus den Förderländern zu den Verbrauchern, hat das weitreichende Folgen – nicht nur für Autofahrer, sondern vor allem für die Wirtschaft.
Die wirtschaftliche Erholung läuft Gefahr, schon wieder abgewürgt zu werden
Der eigentlich regionale Konflikt hat weltweite Auswirkungen. Das wird auch die deutsche Wirtschaft treffen. Energieintensive Industrien wie die Chemie, aber auch die Tourismusindustrie leiden schon unter den Folgen. Die gerade anlaufende konjunkturelle Erholung läuft Gefahr, schon wieder abgewürgt zu werden. Ob es eine kleine Delle oder ein neuerlicher Einbruch wird, hängt vom Fortgang der Ereignisse ab. Ein längerer Krieg könnte die Konjunktur stark ausbremsen. Ein schneller Sieg der Angreifer mit einem Regimewechsel im Iran und einer Abkehr vom Atomkurs der Mullahs für schnelle Entspannung sorgen.
Wie es kommen wird, ist derzeit offen. Das Beispiel Venezuela zeigt, dass es die USA bei einem kurzen, gezielten Einsatz belassen können. Der Iran ist aber eine andere Nummer. Das Land hat sich in der Vergangenheit als kriegstauglich und -bereit erwiesen und verfügt über beträchtliche militärische Fähigkeiten. Das sind keine guten Aussichten für eine schnelle Befriedung.
