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Teilzeit in der Medizin: Mit weniger Bürokratie gibt es auch mehr Arztpraxen

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Die gute Neuigkeit darf nicht unter den Tisch fallen: Es gibt immer mehr Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Eingetrübt wird die Nachricht leider nur dadurch, dass die Patientinnen und Patienten trotzdem nicht mehr Zeit und Zuwendung erhalten.

Immer mehr praktizierende Mediziner arbeiten lieber im Angestelltenverhältnis, als eine eigene Praxis zu eröffnen. Überdies tendieren vor allem junge Ärztinnen und Ärzte zur Teilzeitbeschäftigung, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV).

Zeigt sich darin ein Indiz für die zuletzt heftig debattierte These von Kanzler Friedrich Merz (CDU), der im Mai 2025 sagte: „Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand unseres Landes nicht erhalten können“?

Arzt sein in Deutschland: Der Beruf verändert sich

Mediziner verdienen in Deutschland recht gut. Es fällt ihnen im Zweifel nicht schwer, durch Teilzeit Abstriche in Kauf zu nehmen. Der Beruf verändert sich zudem noch, er wird weiblicher. Im Jahr 2025 lag der Gesamtanteil der Frauen bei mehr als der Hälfte (53,2 Prozent) – 2015 lag er noch bei 44,1 Prozent. Es ist möglich, dass viele junge Ärztinnen lieber in Teilzeit arbeiten, um sich dazu um die Familie kümmern zu können.

Das gilt aber genauso für junge Ärzte. Und diese Beweggründe gab es vermutlich auch schon in den früheren Generationen von Medizinern, das fiel nur nicht so auf.

Es geht vielmehr vor allem um die komplizierten Rahmenbedingungen bei einer Niederlassung. KBV-Vorstandsmitglied Sibylle Steiner weist zu Recht darauf hin, dass es weniger Bürokratie und eine funktionierende digitale Infrastruktur geben muss. Dann gibt es auch mehr Praxen und Zeit für die Patienten.


© Westfaelische Rundschau