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Der Kreml wird geschont: Trumps peinliches Dilemma im Iran-Krieg

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tuesday

Wenn Moskau Teheran tatsächlich beim Jagen auf US-Ziele im Iran hilft, dann ist das nicht nur ein feindlicher Akt. Es ist eine öffentliche Blamage des Kurses von Donald Trump. Genau deshalb geht der US-Präsident Wladimir Putin nicht hart an. Nicht aus Gelassenheit. Aus politischer Notwehr.

Seit Wochen verdichten sich die Indizien, dass Russland dem Regime exakte Zielinformationen über Standorte von US-Schiffen und -Flugzeugen im Nahen Osten liefert. Öffentlich bewiesen ist damit noch nicht jeder einzelne Treffer. Aber der Verdacht wiegt schwer.

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Ein Präsident, der darauf rhetorisch brutal reagieren würde, müsste zuerst einen unangenehmen Satz über sich selbst sagen: Ich habe mich (wieder) in Putin geirrt. Denn parallel hat Trumps Regierung eine 30-Tage-Ausnahme für russische Öllieferungen zugelassen. Der Paria darf Kasse machen.

Im Pentagon wird zudem eingestielt, Waffen, die für die Ukraine bestimmt waren, in den Nahen Osten umzulenken. Für Putin ist das ein doppelter Gewinn: mehr Einnahmen, weniger Druck an der ukrainischen Front.

Trump kann Putin nicht frontal attackieren, ohne sein Arrangement zu beschädigen. Er will Russland weiter als nützlichen Zwischenpartner behandeln, nicht als Gegner. Wenn dieser Zwischenpartner aber Iran beim potenziell tödlichen Zielen auf Amerikaner hilft, dann ist das nicht bloß ein außenpolitisches Problem. Es ist eine Demütigung. Trump ist blamiert.

Das ist der eigentliche Skandal. Nicht nur die russische Hilfe für Iran. Sondern ein US-Präsident, der eher die Wirklichkeit dämpft als den Kreml. Moskau hat das Signal sicher verstanden.


© Westfaelische Rundschau