„Das ist nicht unser Krieg“ – warum dieser Pistorius-Satz so falsch ist
„Das ist nicht unser Krieg.“ Dieser Satz des deutschen Verteidigungsministers könnte klarer nicht sein und wird dem beliebtesten Minister Deutschlands weitere Zustimmungspunkte bringen. Aber dieser Satz ist zugleich unterkomplex und spiegelt eine Gedankenwelt, die Unangenehmes ausblendet. Genau das sollten verantwortliche Politiker aber niemals tun.
Der Krieg der Amerikaner und Israelis gegen das iranische Regime ist auch unser Krieg, weil deutsche Leben und deutsches Eigentum in der Straße von Hormus massiv betroffen sind. Es geht um Seeleute und Handelsschiffe, die bedroht oder sogar angegriffen werden und Schutz erwarten.
Es ist auch unser Krieg, weil das Regime Irans die ganze Welt bedroht und zwölf Nationen angegriffen hat. Der deutsche Kanzler selbst hatte in Washington erklärt: „Der Iran verbreitet Terror. Das gefährdet unsere Partner und uns alle zusammen.“ Daran hat sich nichts geändert.
Die Bundesregierung kann Trump nicht leichtfertig abwimmeln
Zehntausende Urlauber haben diesen Krieg durchaus als ihren erlebt und sich sehr über eine Bundesregierung geärgert, die sich in ihrer „Das ist nicht unser Krieg“-Haltung zunächst nicht um gestrandete Bundesbürger kümmern wollte. Und Millionen Autofahrer erleben diesen Krieg täglich an der Tankstelle und erwarten, dass die Bundesregierung alles unternimmt, um die Freiheit des Welthandels wiederherzustellen.
Die Bundesregierung muss keine Kampfsoldaten in den Krieg schicken. Aber sie sollte einen wichtigen Partner in schwieriger Situation nicht beleidigt abfertigen und Antworten auf diese Krise haben, die weniger populistisch sind.
