Wenn Stromversorgern der Strom ausgeht
Zu Jahresbeginn hat die Regierung den Energieunternehmen zur Inflationsbekämpfung Billigtarife verordnet, ein Beispiel dafür ist der „Österreich-Tarif“ von rabattbedingt netto 9,5 Cent/KWh, mit dem der halbstaatliche Verbund seit März den Markt aufmischt. Nun bringt die Maßnahme die Stromversorger in eine unerwartete Zwangslage, zeigt eine brandneue Analyse des heimischen Strommarktes durch den Regulator E-Control.
Im ersten Halbjahr ist nämlich die Stromerzeugung aus Wasserkraft massiv eingebrochen. Jetzt fehlt den Versorgern die – dank vieler alter, bereits abgeschriebener Kraftwerke – sonst konkurrenzlos günstig produzierte Energie für die Abdeckung der steigenden Billig-Nachfrage, man muss weit teurer am Spotmarkt zukaufen (siehe Grafik unten), zu einem guten Teil tatsächlich aus tschechischen Atomkraftwerken (Temelin, Dukovany), die laut Netzbetreiber APG zuletzt regelmäßig in der Nacht und an den Tagesrändern zwischen zwei und 2,5 Gigawatt Leistung geliefert haben (bei einem Bedarf von etwa fünf bis sieben GW). Mit jeder Kilowattstunde unter zehn Cent setzt es derzeit Verluste, heißt es hinter vorgehaltener Hand in der Branche. Die Werbung zu den neuen........
