Das Milliardenproblem der Hagelversicherung
Es war nicht zuletzt die Warnung der Hagelversicherung vor einem Milliardenschaden in der Landwirtschaft, die die politischen Verhandlungen um Bauernhilfen auslöste. Jetzt tauchen Zweifel an der Aussagekraft der Daten auf. Denn das extreme Bedrohungsszenario – der Deutsche Raiffeisenverband sprach zeitgleich von 600 Millionen Euro, die Schweizer Hagelversicherung damals gar nur von 19 Millionen – hat mit echtem Schaden auf den Feldern nur indirekt zu tun, viel mehr allerdings mit der Berechnungsmethode der Versicherung. Die Milliardensumme fußt zu einem Gutteil auf einem europaweit einzigartigen Versicherungsmodell, das von der Hagelversicherung nach dem Dürrejahr 2003 entwickelt wurde und an Temperatur und Niederschlag gekoppelt ist.
Das Unternehmen muss bei dieser so genannten "Indexversicherung" zuvor in langen Exceltabellen festgelegte und nach Kulturen differenzierte Entschädigungen je Hektar zahlen, sobald in einer Region eine Anzahl von Hitzetagen überschritten wird oder Regen ausbleibt. Das hat weder mit fehlender Ernte und schon gar nichts mit finanziellem Schaden des Landwirts zu tun. Die Grenzen, ab wann ein "Hitzetag" gezählt wird, sind von den........
