Warum Bürgerliche ständig einknicken: Poschardts härteste Diagnose
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Warum Bürgerliche ständig einknicken: Poschardts härteste Diagnose
04. Juli 2026 | Rainer Zitelmann
Eine scharfe Analyse des Ex-WELT-Chefredakteurs über Duckmäusertum, kulturelle Kapitulation und den Preis fehlenden Widerstands im Meinungskampf
Ulf Poschardts vorheriges Buch hieß „Shitbürgertum“, und als ich damals den Titel las, konnte ich allenfalls ahnen, wen er meinte. Aber beim Begriff des „Bückbürgertums“, dem Titel seines neuen Buches, entstanden sofort sehr klare Bilder vor meinen Augen: Etwa der bürgerliche Politiker, Manager oder Unternehmer, der neben einem Linken oder Grünen in einer Talkshow sitzt und sich beflissen hinüberbeugt, um jenem zu versichern: „Wir sind gar nicht so weit auseinander, wie Sie vielleicht denken…“ Der Linke deutet solche Gesten als das, was sie sind: Schwäche.
Beim Bückbürger denke ich auch an den Ex-Siemens-Manager „Joe“ Kaeser, der Luisa Neubauer einen Aufsichtsratsposten anbot (die lehnte natürlich cool ab) oder an den ehemaligen FDP-Verkehrsminister Wissing, der die „Klimakleber“ als Belohnung dafür ins Ministerium einlud, dass sie über Monate die arbeitende Bevölkerung entnervten.
Feigheit und Opportunismus des Bürgertums
Glänzend charakterisiert der frühere WELT-Chefredakteur und Herausgeber Poschardt den Bückbürger, der allen gefallen und nicht anecken will, vor allem nicht bei Linksgrünen: „Also macht er mit. Auch ohne Überzeugung nutzte er Social Media zum ‚virtue signaling’, verteilte Likes für Klimaprotest-Posts, stimmte nickend dem grün-roten Nachbarn zu (obwohl er es besser wusste) und ging in heiklen Auseinandersetzungen einer klaren Meinung aus dem Weg. Er war skeptisch beim Atomausstieg 2011 und wählte am Ende doch Winfried Kretschmann. Er war skeptisch bei der Grenzöffnung 2015 (ja, es war eine) und klatschte dann doch mit in der Euphorie des ‚Wir schaffen das!’. Er war wütend........
