Vom Sorgenkind zum Musterschüler: Griechenlands leise Finanzrevolution
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Vom Sorgenkind zum Musterschüler: Griechenlands leise Finanzrevolution
17. Juni 2026 | Oliver Stock | Lesezeit: 4 Min.
Der frühere Euro-Sorgenfall zahlt Milliarden früher zurück. Was Griechenland richtig macht und Deutschland zunehmend schwer fällt.
Griechenland, das vor 15 Jahren wegen seiner Staatsschulden beinahe aus dem Euro geflogen wäre, ist Musterschüler in der EU: Inzwischen zahlt es seine Schulden sogar vorzeitig zurück. Deutschland profitiert und fragt sich verwundert: Wie machen die Griechen das?
Es gibt Nachrichten, die zum Höhepunkt der Staatsschuldenkrise vor 15 Jahren niemand in Berlin für möglich gehalten hätte. Das hier ist so eine: Griechenland zahlt seine Schulden zurück und zwar nicht irgendwann und nicht nach Plan, sondern jetzt und schneller als es vereinbart war. Der einstige Krisenstaat will weitere Milliarden Euro aus dem ersten Euro-Rettungspaket früher tilgen als vereinbart. Deutschland gehört zu den größten Empfängern dieser Rückzahlungen und debattiert derweilen über neue Schulden, während sich Griechenland zum Musterschüler in Sachen Haushaltsdisziplin entwickelt.
Wer die Jahre der Eurokrise noch präsent hat, reibt sich verwundert die Augen: 2012 galt Griechenland als Synonym für Staatsversagen. Politiker wie der damalige deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble diskutierten offen über einen Rauswurf des Landes aus der Eurozone. Ratingagenturen stuften griechische Staatsanleihen auf Ramschniveau herab. In Deutschland wurde Griechenland zum politischen Reizwort.
Griechenland war ein Reizwort
Heute sieht die Lage so aus: Die griechische Schuldenquote lag 2020 auf........
