"Wissenschaft braucht Öffentlichkeit"
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"Wissenschaft braucht Öffentlichkeit"
01. August 2026 | Olaf Hürtgen
Mit Campus2Public startet Bayern ein deutschlandweit ungewöhnliches Pilotprojekt. Internationale Beispiele zeigen, warum professionelle Wissenschaftskommunikation längst ein Standortfaktor ist.
Deutschland zählt zu den führenden Forschungsstandorten der Welt. An Hochschulen und Forschungseinrichtungen entstehen neue Therapien, leistungsfähige Anwendungen Künstlicher Intelligenz, klimafreundliche Technologien und Verfahren, die ganze Branchen verändern können. Doch ein erstaunlich großer Teil dieser Arbeit bleibt außerhalb der Fachwelt nahezu unsichtbar. Zwischen Labor und Gesellschaft klafft eine Kommunikationslücke – und damit auch eine Wirkungslücke.
Genau hier setzt eine Initiative an, die bundesweit Modellcharakter entwickeln könnte. Mit Campus2Public startet Bayern erstmals ein landesweites Pilotprogramm zur Professionalisierung der Wissenschaftskommunikation an Hochschulen. Es geht nicht um noch mehr Pressemitteilungen oder einen zusätzlichen Social-Media-Kanal. Ziel ist ein grundlegender Kulturwandel: Forschung soll verständlicher, sichtbarer und gesellschaftlich relevanter vermittelt werden – ohne wissenschaftliche Präzision preiszugeben.
Wissenschaftler sollen lernen, ihre Arbeit so zu erklären, dass Bürger, Politik, Wirtschaft und Medien erkennen können, worin ihre Bedeutung liegt. Das klingt selbstverständlich. In der Praxis aber gehört Kommunikation im deutschen Wissenschaftsbetrieb häufig noch zu jenen Aufgaben, die nebenbei erledigt werden sollen – nach Forschung, Lehre, Verwaltung und Drittmittelanträgen.
Möglich wurde das Projekt durch eine gemeinsame Initiative der CSU- und der Freie-Wähler-Fraktion im Bayerischen Landtag. Erstmals wurden gezielt Haushaltsmittel bereitgestellt, um Wissenschaftskommunikation als strategische Zukunftsaufgabe zu fördern. Dahinter steht eine einfache, aber weitreichende Erkenntnis: Exzellente Forschung entfaltet ihren gesellschaftlichen Nutzen erst vollständig, wenn ihre Ergebnisse die Menschen erreichen.
Treibende Kraft hinter der Initiative ist der CSU-Landtagsabgeordnete Robert Brannekämper. Der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft und Kunst verweist vor allem auf die........
