Vom Raketenschrauber zum Billionär: Ist der Reichtum von Elon Musk obszön, Herr Zitelmann?
Link in die Zwischenablage kopieren
Vom Raketenschrauber zum Billionär: Ist der Reichtum von Elon Musk obszön, Herr Zitelmann?
12. Juni 2026 | Ansgar Graw
SpaceX schreibt Geschichte: Der Börsengang markiert den Aufstieg in eine neue Geld-Dimension. Interview dazu mit einem Reichtumsforscher
VON ANSGAR GRAW, Tegernsee
Elon Musks Weltraumfirma SpaceX ist in neue Dimensionen vorgestoßen. Beim Börsengang am Donnerstag wurden nach Firmenangaben rund 555,6 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 135 Dollar verkauft. Damit nimmt SpaceX rund 75 Milliarden Dollar (64,8 Mrd Euro) ein, ist nunmehr mit 1,77 Billionen Dollar bewertet - und macht Gründer Musk, bisher schon reichster Mensch der Welt, zum ersten Billionär der Geschichte. Darüber sprach TheEuropean mit dem Bestseller-Autor, Reichtumsforscher und Weltraumexperten Rainer Zitelmann, der selbst Selfmade-Millionär ist:
THE EUROPEAN: Bislang hieß es in den USA: „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. Durch den SpaceX-Börsengang ist Elon Musk in eine neue Dimension vorgestoßen. Heißt der neue amerikanische Traum „Vom Raketenschrauber zum Billionär“?
Rainer Zitelmann: In jedem Fall ist Musk zum ersten Billionär der Geschichte geworden. Er kam als Einwanderer aus Südafrika nach Nordamerika und zog später in die USA, wo er Unternehmen wie Tesla und SpaceX zu außergewöhnlichem Erfolg führte. Er ist damit kein Einzelfall. Sergey Brin kam als Kind mit seiner Familie aus der Sowjetunion in die USA und gründete gemeinsam mit Larry Page Google. Jensen Huang wurde in Taiwan geboren, wanderte ebenfalls als Kind in die USA ein und baute Nvidia auf.
Alles Selfmade-Milliardäre?
Ja. Solche Geschichten widerlegen die verbreitete Behauptung, heute könne man nur noch durch Erben reich werden. Das Gegenteil ist der Fall. In den USA ist der Anteil der Selfmade-Milliardäre so hoch wie noch nie. Laut Forbes haben 73 Prozent der amerikanischen Milliardäre ihr Vermögen selbst aufgebaut und nur 27 Prozent ihren Reichtum überwiegend geerbt.
Und der Vorwurf, Musks Vermögen sei vor allem durch staatliche Subventionen entstanden? Die Rede ist von 37 Milliarden Dollar.
Zum großen Teil handelt es sich nicht um Subventionen, sondern um Verträge für tatsächlich erbrachte Leistungen, insbesondere von SpaceX. Nachdem die NASA ab 2011 wegen des Scheiterns des Space-Shuttle-Programms nicht mehr in der Lage war, mit eigenen Raketen die Internationale Raumstation ISS zu erreichen, entschloss man sich zu einem „Hail Mary-Move“ und versuchte es mit SpaceX. Musk hat der NASA sehr viel mehr Geld gespart als er sie gekostet hat.........
