Antidepressiva werden immer noch verteufelt. Schluss damit!
O b ich es schon mit Vitamin D probiert habe, fragt mich die Apothekerin mit mitleidigem Lächeln, nachdem ich meine Chipkarte ins Lesegerät gesteckt habe. Das könne die Laune auch heben! Auf meinem Rezept steht derweil etwas völlig anderes. Escitalopram, ein vergleichsweise gut erforschtes Antidepressivum, das vor allem bei Depressionen und Angsterkrankungen zum Einsatz kommt.
Ich nehme es gegen psychosomatisch bedingte Kopfschmerzen, die mich seit meinem 16. Lebensjahr begleiten. Bis 2024 hatte ich sie fast jeden Tag, trotz Achtsamkeit, Sport, Psychotherapie. Ich wachte mit ihnen auf und ging mit ihnen ins Bett. Wie ich in diesem Zustand mein Studium, meinen Job, meinen Alltag hinbekommen habe, frage ich mich bis heute.
Dank des Medikaments habe ich inzwischen deutlich weniger Schmerzen und bin immer wieder über längere Zeit komplett beschwerdefrei. Ob Placeboeffekt oder nicht – das Antidepressivum hat mir ein zweites Leben gegeben. Freundlich winke ich also ab, als die Apothekerin auf die........
