Strategiewechsel und ein Schminkteam am Unfallort
t az: Was war schlecht vergangene Woche?
Friedrich Küppersbusch: Der Grünen-Parteitag ’98 in Magdeburg behielt recht: Sprit kostet 5 Mark.
taz: Was wird besser in dieser?
Küppersbusch: Gebt’s doch endlich zu!
taz: Friedrich Merz ist laut einer Umfrage der unbeliebteste demokratisch gewählte Regierungschef der Welt. Wie hat er das geschafft?
Küppersbusch: Merz regiert, schließt Kompromisse, laviert sich durch, erklärt seine Politik ans Wahlvolk – und scheitert damit vor sich hin. Uns sollte mehr besorgen, dass er damit einer der altmodischsten Regierungschefs ist und dadurch so unbeliebt wird. Stellen wir uns das Gleiche mit einem fortschrittlichen, umweltbewussten, sozialen Regierungschef vor, und der schmiert genauso ab gegen die Trumps und Erdoğans, die in der Umfrage besser abschneiden – dann ist das Ausmaß des Elends erst klar. Und die Häme gefriert.
taz: Die Bundesregierung will zu Anfang Mai die Mineralölsteuer senken und eine 1.000-Euro-Prämie einführen. Gute Idee oder Beweis für Ideenlosigkeit?
Küppersbusch: Für die 1,6 Mrd. € Spritrabatt könnte man die Kosten des „Deutschland-Tickets“ stabil halten, und die „Prämie“ zahlen, so sie können – die Arbeitgeber, nicht der Staat. Diese hastigen Hilfen wirken eher wie die........
