Social Media vs. Kanzler
t az: Herr Küppersbusch, was war schlecht vergangene Woche?
Friedrich Küppersbusch: Trump droht mit Abzug.
taz: Und was wird besser in dieser?
Küppersbusch: Keiner erschrickt.
taz: Friedrich Merz sagte in einem Spiegel-Interview, er müsse mehr ertragen als jeder andere Kanzler zuvor. Zeigt er hier seine sensible Seite?
Küppersbusch: Großes Kino: Wie nun digitale Medien Merz dissen, weil er sich darüber beschwert hat, dass digitale Medien Merz dissen. Doch tatsächlich klingt der Jahrespraktikant im Kanzleramt inzwischen öfters wie ein überlautes Selbstgespräch: Es sei „eine Illusion, zu glauben … handstreichartig Reformen beschließen zu können“; der „Chor der Kritiker“ sei „keine Überraschung“. Unschwer zu erraten, wer da Illusionen hatte und überrascht wurde. Merz muss schnell viel lernen, seine Fortschritte verkauft er als nationalen Gemeinschaftskundeunterricht. Als die vorige Regierung kaputtgeschrieben wurde, war er eines der nützlichsten Werkzeuge in den Händen derer, die jetzt seine Regierung noch schneller zerhassen. Mählich erhellen sich ihm diese Zusammenhänge, noch stets pardauzt unser staksiges Füllen in den Eimer mit den falschen Formulierungen. Könnte........
