Das Schweigen im Meeting
Z uletzt habe ich viel über Enttäuschungen nachgedacht. Was eigentlich ungewöhnlich für mich ist: Ich erwarte wenig von anderen, freue mich über alles, bin eher der dankbare Typ, merke mir Wohltaten und neige dazu, auch grobe Unverschämtheiten zu vergeben und vergessen.
In einer Kolumne von gut 3.000 Zeichen wäre nun der Moment gekommen, konkret zu werden. Aber Sie ahnen es schon: Ich muss Sie enttäuschen. Ich bin ein halbwegs gesunder Mann in mittleren Jahren, eine Lebensphase, in der man Kraft und Abgeklärtheit hat, sich mehr um andere zu sorgen als um sich selbst.
Eine gute Freundin etwa, die ihren beruflichen Weg früh nach dem Motto „Links sein kann ich auch privat, reich werden nicht“ ausgerichtet hat und der ich also einen realistischen Blick auf unsere Existenz zubilligen möchte, erzählt: Was und wer seit einiger Zeit bei ihr in der Firma gefördert werde, sei das Mittelmaß – der Abnicker,........
