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4chan blockiert britische Alterschecks

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09.04.2026

4chan blockiert britische Alterschecks

Großbritannien will Plattformen mit Alterschecks und Vorgaben auf Linie bringen. Die Leitung des Forums 4chan weigert sich jedoch strikt.

4chan soll über 500.000 Britische Pfund Bußgeld bezahlen

Behörde in den USA nicht zuständig

Ein Bußgeld reicht nicht aus

Zuständigkeit unklar, Vollstreckung unwahrscheinlich

Der schwierigste Teil steht noch bevor

Der Fall endet nicht bei 4chan

Das Office of Communications von Großbritannien will den Online Safety Act nun durchsetzen. Laut dem Gesetz sollen Online-Plattformen Alterskontrollen einbauen, Risiken bewerten und ihre Pflichten nicht länger ignorieren. Bei 4chan trifft das auf einen Dienst zu, der seit Jahren nicht mit Kooperation, sondern mit offener Verweigerung auf Aufsicht und Regulierung reagiert. Die Behörde hat in der Folge große Schwierigkeiten, ihre neuen Vorgaben durchzusetzen.

4chan soll über 500.000 Britische Pfund Bußgeld bezahlen

Das Forum 4chan ist jedoch kein Fall wie jeder andere. Es geht nicht um einen großen Mainstream-Dienst, der eine Frist verpasst, anschließend ein paar weichgespülte Erklärungen nachreicht und so tut, als habe nur irgendwo die Kommunikation gehakt. 4chan ist kein solcher Dienst und lässt sich auch nicht wirklich kategorisieren. Bei einem solchen Fall muss sich aktuell der britische Online Safety Act beweisen.

Die Aufsichtsbehörde für Internet, Post, Rundfunk und Telekommunikation, kurz Ofcom, belegte 4chan im März mit mehreren Strafen. Der größte Posten liegt bei 450.000 Pfund Sterling. Die Behörde wirft der Forenleitung vor, keine wirksamen Alterskontrollen eingerichtet zu haben, obwohl Minderjährige dort auf pornografische Inhalte zugreifen können. Hinzu kommen 50.000 Britische Pfund wegen einer unzureichenden Risikoanalyse zu illegalen Inhalten sowie weitere Strafe in Höhe von 20.000 Pfund wegen unklarer Angaben in den Nutzungsbedingungen. Für die Nachbesserung setzte Ofcom der Betreibergesellschaft eine Frist bis zum 2. April. Seitdem drohen 4chan tägliche Zusatzstrafen.

Behörde in den USA nicht zuständig

Die Reaktion fiel aus, wie zu erwarten war. 4chan ließ über seinen Anwalt erklären, dass britisches Recht für ein US-Unternehmen nicht gelte. Mehr musste 4chan dazu eigentlich nicht sagen. Auch die Reaktion war für Beobachter, die die Plattform kennen, absehbar. Wer sich an dem Punkt eine nüchterne Auseinandersetzung mit der staatlichen Aufsicht erhofft, sucht seit Jahren am falschen Ort.

Ein Bußgeld reicht nicht aus

Inzwischen dreht sich der Streit um weitaus mehr als nur........

© Tarnkappe