menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Streameast: Betreiber müssen sich vor Gericht verantworten

11 0
13.03.2026

Streameast: Betreiber müssen sich vor Gericht verantworten

Die beiden früheren Betreiber des Live-Sport-Streaming-Dienstes Streameast müssen sich bald vor einem Gericht in Ägypten verantworten.

Streameast verfügte über mehr als 120 Domains

Streameast generierte Einnahmen in Höhe von 8,79 Millionen Euro

Angeklagte müssen sich auch wegen Crackstreams verantworten

Die Ermittler folgten der Spur des Geldes

ACE & MPA kämpfen gegen die Hydra

Den beiden Männern wirft man die Leitung einer „transnationalen kriminellen Vereinigung“ hinter der illegalen Sport-Piraterie-Website Streameast vor, wie Strafverfolgungsbeamte des nordafrikanischen Landes mitteilten. Die ursprüngliche Strafanzeige erfolgte von der Alliance for Creativity and Entertainment (ACE).

Streameast verfügte über mehr als 120 Domains

Wir berichteten Anfang September, dass man die beiden Männer am Stadtrand von Kairo festnahm. Zuvor hatten die Behörden über ein Jahr lang gegen das Netzwerk von über 120 Domains mit jährlich 1,6 Milliarden Besuchern ermittelt. Dies war das größte Netzwerk, das jemals von den Behörden zerschlagen wurde. An der Operation waren 22 Beamte an zwei Standorten beteiligt.

Die Website, die Merkmale anderer – und nach wie vor aktiver – Streameast-Seiten kopierte, bot kostenlosen Zugang zu einer Vielzahl globaler Sportveranstaltungen an. Darunter Spiele der Premier League, der Champions League, der NFL, NBA und der MLB.

Streameast generierte Einnahmen in Höhe von 8,79 Millionen Euro

Bei den beiden ägyptischen Bürgern stellte man fest, dass sie über die Website Werbeeinnahmen in Höhe von umgerechnet etwa 8,79 Millionen Euro erzielt hatten. Dabei befanden sich etwa 520.000 Euro in verschiedenen Krypto-Wallets. Neben Dokumenten zu Briefkastenfirmen und Immobilien beschlagnahmte man die Laptops, die die Tatverdächtigen zum Betrieb ihrer Websites genutzt haben. Dazu kamen beschlagnahmte Smartphones, Kreditkarten mit einem Guthaben von etwa 109.000 Euro nebst Bargeld in unbekannter Höhe.

Die Verdächtigen hatte man am 25. August des Vorjahres inhaftiert. Am Montag veröffentlichte die ägyptische Generalstaatsanwaltschaft eine Erklärung, in der sie die Überstellung der zwei Angeklagten an ein Strafgericht anordnete. Man begründet dies mit der „Gründung und Leitung einer grenzüberschreitenden kriminellen Vereinigung, die sich auf die Piraterie von Sportübertragungen und die Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums spezialisiert hat“.

Angeklagte müssen sich auch wegen Crackstreams verantworten

Neben einem Klon von Streameast enthüllte die Erklärung auch, dass das Duo zudem eine Version von CrackStreams betrieben hat. Dies war ein weiterer rechtswidriger Live-Sport-Streaming-Dienst. Nach Angaben der ACE stammten die meisten Zuschauer der Streaming-Dienste aus den USA, Kanada oder Großbritannien. Nicht nur die Größe des Netzwerkes war entscheidend. Im Durchschnitt verfolgten jeden Monat 136 Millionen Menschen Sportübertragungen auf den Websites des Duos. Doch schon der heftige Widerstand der Betreiber gegen alle Unterlassungsaufforderungen machte den Dienst zu einem „Ziel von hoher Priorität“.

Die Ermittler folgten der Spur des Geldes

Beginn der Streameast-Ermittlungen waren Anfragen bei verschiedenen Anbietern, um die IP-Adressen der Betreiber ausfindig zu machen. Auf Basis der Information verfolgte man der Spur des Geldes. Diese führte die Ermittler zu einer Offshore-Briefkastenfirma in Dubai und einer im asiatischen Raum. Dort landeten die Einnahmen der beiden Tatverdächtigen. Teil des Netzwerkes waren über Hundert Domains und eine integrierte technische Infrastruktur, um die ursprünglich verschlüsselten Sportinhalte ohne Lizenz zu übertragen und so erhebliche finanzielle Erträge aus internationaler Werbung zu erzielt haben.

Inhaltlich geht es bei der Anklage natürlich wie üblich auch um Geldwäsche. Die Angeklagten haben versucht ihre Einnahmen zu verschleiern, indem man Immobilien kaufte, eine Scheinfirma im Ausland gründete und das Guthaben in Kryptowährungen nebst „grenzüberschreitenden Finanzplattformen“ deponierte.

ACE & MPA kämpfen gegen die Hydra

Schätzungen zufolge kostet Piraterie die Sportindustrie jährlich mehr als 23 Milliarden Euro. Doch aufgrund der Kosten der legalen Konkurrenz und der Bequemlichkeit illegaler Streaming-Seiten erfreut sie sich zunehmender Beliebtheit.

„Ich mache mir keine Illusionen, dass ich die Marke Streameast vom Erdboden getilgt habe“, gab Larissa Knapp gegenüber The Athletic bekannt. Knapp von der Motion Picture Association (MPA) sagte dies direkt nach der ersten Abschaltung des Streameast-Netzwerks. „Wenn wir eine Seite abschalten, tauchen fünf weitere oder mehr auf, weil die Leute diese Marke kennen.“

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Früher brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert. In seiner Freizeit geht er am liebsten mit seinem Hund spazieren.

Illegales IPTV-Netzwerk zerschlagen: Operation Switch Off trifft Millionen Nutzer weltweit

Operation Switch Off zerschlägt ein illegales IPTV-Netzwerk. Millionen Nutzer betroffen, Plattformen wie IPTVItalia und DarkTV offline.

Illegale Streaming Seiten Filme

Illegale Streaming Seiten Filme im September 2025. Diese Portale sind noch online. Wir erklären alle Risiken und wie man DNS-Sperren umgeht.

Disney, Netflix & Apple treiben neue Piraten-Sperren in Belgien voran

In Belgien sind weitere umfangreiche Piraten-Sperren in Kraft getreten. Sie betreffen die Internetanbieter, DNS-Resolver bleiben außen vor.

Amazon sperrt Sideloading: Fire TV-Sticks blockieren illegale Streaming-Apps weltweit

Amazon sperrt Sideloading auf Fire TV-Sticks: Illegale Streaming-Apps sollen selbst mit VPNs nicht mehr funktionieren.

DNS-Sperre gegen NOX.to: Wer entscheidet, was wir im Netz sehen dürfen?

DNS-Sperre gegen NOX: die CUII will bezogen auf ein Urteil des Landgerichts (LG) Köln die illegale Plattform NOX.to sperren lassen.

P-Stream gibt auf: Streamingportal nach Druck von ACE und MPA offline

Illegales Streamingportal P-Stream gibt nach juristischem Druck von ACE und MPA auf. Millionen Nutzer sind betroffen.

Share-Online.biz: Zwei Jahre Haft auf Bewährung für Betreiber

Der Betreiber des Filehosters Share-Online.biz ist zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Ein Sieg?

HiAnime.to und weitere 50 Portale unter Beschuss der ACE

Die ACE will von Cloudflare und Tonic wissen, wer hinter hianime.to, Animeflv.net und vielen weiteren Streaming-Portalen steckt.

Sideloading: ACE drängt auf härteres Vorgehen gegen Piraterie-Apps

ACE warnt vor Sideloading von Piraterie-Apps als Sicherheitsrisiko. Malware, Datendiebstahl und Betrug nehmen zu.

DoodStream: Beliebte Video-Hosting-Seite hat rechtliche Probleme

Die Video-Hosting-Seite DoodStream hat Probleme wegen Urheberrechtsverletzungen: Geopolitische Spannungen verhindern Lösungen.

IPTV66-Betreiber verhaftet: Millionen-Geschäft mit Piraten-TV aufgeflogen

IPTV66-Betreiber in der Dominikanischen Republik verhaftet: Millionen mit Piraten-Streams, Luxusimmobilien und alte Vorstrafen.

MkvCinemas mit mehr als 200 Millionen PIs pro Jahr hochgenommen

Die 25 von MkvCinemas genutzten Domains haben zusammen pro Jahr mehr als 200 Millionen Seitenaufrufe generiert. Damit ist es jetzt vorbei!

Streameast: großer Live-Sport-Streaming-Ring ausgehoben

Der Streaming-Gigant Streameast verfügte über 80 Domains und konnte 2024 mit Live-Sport-Events über 1,6 Milliarde Besuche vorweisen.

Streameast hat wieder Kontrolle über beschlagnahmte Domain!

Das illegale Sport-Streaming-Portal Streameast nutzt die vor einem Jahr beschlagnahmte Domain wieder. Dies gelang ganz ohne eine Klage etc.

ACE & DAZN nahmen Sport-Streaming-Seite Photocall vom Netz

Seit gestern ist die Live-Sport-Streamingwebseite Photocall nicht mehr erreichbar. Ermittler der ACE und DAZN kamen den Tätern auf die Spur.

123movies, Aniwave, FMovies & Co: MPA stellt auf einen Schlag 46 DMCA-Anfragen

Die neuesten DMCA-Vorladungen des US-Filmverbands MPA bzw. der ACE richten sich an Cloudflare und Tonic. Es geht um 123movies, FMovies & Co.

Piraten-IPTV-Betreiber droht 9-Millionen-Dollar-Strafe – Hollywood schlägt zurück

Ein Piraten-IPTV-Betreiber aus den USA wird von Hollywood zu 9 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Netflix & Co. setzen ein Zeichen.

OnionPlay von MPA attackiert: Discord-Server dicht, Betreiber im Fadenkreuz

Die MPA lässt den Discord-Server von OnionPlay löschen und zwingt Discord per DMCA-Subpoena, Daten zum mutmaßlichen Betreiber herauszugeben.


© Tarnkappe