7,7 Mio. Deutsche nutzen illegales IPTV, immer mehr werden erwischt: Welche Konsequenzen drohen?
7,7 Mio. Deutsche nutzen illegales IPTV, immer mehr werden erwischt: Welche Konsequenzen drohen?
Laut einer aktuellen Studie nutzten 2025 rund 7,7 Millionen Deutsche illegale Streams. Das sind fast zwei Millionen mehr als im Jahr 2022.
Wie kommen die Strafanzeigen zustande?
Illegales IPTV: Was den Nutzern konkret droht
Ein Abo beweist noch keine illegale Nutzung
illegales IPTV hat seit 2022 um 30 Prozent zugenommen
Studie rechnet mit Schäden in Höhe von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr
Höhere Zahlungsbereitschaft bei legalen Angeboten
Streaming: Verband fordert mehr Internetsperren
Das sagt nicht nur unsere Umfrage aus Mai 2025: illegales IPTV ist zweifellos auf dem Vormarsch. Der Medienverband Vaunet gab bei den Analysten von Goldmedia erneut eine Studie in Auftrag. Demnach hat die Nutzung illegaler Quellen in den letzten Jahren stark zugenommen. 10,4 Prozent der Internetnutzer ab 16 Jahren haben rechtswidrige Streams genutzt. Die legalen Pay-TV-Anbieter stellen Strafanzeige. Mehrere Staatsanwaltschaften verschickten nach erfolgter Festnahme der Betreiber viele Vorladungen, weil unzählige Anwender bei der Bezahlung oder Nutzung der Angebote unvorsichtig waren.
Wie wir kürzlich berichtet haben, betreffen die Vorladungen oft Fälle, die teilweise schon mehrere Jahre zurückliegen. Selbst wenn man direkt nach einem Bust nichts hören sollte, ist man in der Folge nicht sicher vor unangenehmer Post.
Im Extremfall droht bei der Nutzung illegaler Streams eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine entsprechende Geldstrafe. Handelt der Konsument gewerbsmäßig, so lautet die maximale Strafe bis zu fünf Jahre Freiheitsentzug. Das ist bereits der Fall, sollte jemand mehrere Jahre hintereinander sein Abonnement für illegale Streams immer wieder verlängert haben. Wen man aber bei der ersten verbotenen Nutzung erwischt, muss mit derart harten Strafen nicht rechnen. Über die vielen Nutzer und ihre Strafverfolgung berichtete gestern Bild hinter ihrer Paywall. Unsere Berichterstattung geht aber noch weit darüber hinaus und bezieht viele Aspekte der Studie mit ein.
Wie kommen die Strafanzeigen zustande?
Im ersten Schritt stellen legale Pay-TV-Anbieter wie DAZN oder Sky Deutschland Strafanzeige gegen die unbekannten Betreiber eines rechtswidrigen Online-Dienstes. Zuvor belegt man dessen Rechtswidrigkeit, indem die privaten Ermittler Testzugänge bestellen, um sie auszuprobieren. Bei der Verfolgung der Geldströme versucht man die Identität der Anbieter als auch auch Zusammenhänge zu den Wiederverkäufern (Resellern) herzustellen.
Ein großer Provider für illegales IPTV war beispielsweise SeroTV, für diesen Dienst konnte man in mehreren Untergrund-Foren Banner sehen, die für seine Dienste geworben haben. Der deutschsprachige IPTV-Dienst bot gegen Bezahlung per Stream zahlreiche Werke nebst der Übertragung von Live-TV-Events aus der Fußball-Bundesliga und viele andere kostenpflichtige Fernsehsender an. Im Sommer 2024 wurden die ersten Vorladungen gegen die Kundschaft bekannt. Wer keine persönlichen Daten angab, seine Gutscheinkarte in bar bezahlt hat und beim Streaming stets ein VPN* nutzte, war recht sicher. Die Nutzung von Kryptowährungen wie dem Bitcoin, bei dem selbst Jahre später öffentlich einsehbar ist, wer welche Summe........
