Pornhub und YouPorn: Websperren gescheitert – wer schützt jetzt die Jugend?
Pornhub und YouPorn: Websperren gescheitert – wer schützt jetzt die Jugend?
Pornhub und YouPorn bleiben vorerst erreichbar: Das OVG NRW stoppt die Websperren. EU-Recht setzt der deutschen Medienaufsicht Grenzen.
Pornhub und YouPorn: OVG NRW stoppt die Websperren
EU-Recht bremst deutsche Sperrversuche aus
Wer muss Pornhub und YouPorn dann in die Pflicht nehmen?
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen hat die Sperrverfügungen gegen Pornhub und YouPorn vorerst ausgebremst. Das Gericht sah darin erhebliche rechtliche Hürden durch bestehendes EU-Recht. Für den Jugendschutz bedeutet dies zwar einen Rückschlag, aber nicht das letzte Wort.
Das OVG NRW wies die Beschwerden der Medienanstalt gegen die Entscheidungen des Verwaltungsgerichts zurück. Somit bleiben Pornhub und YouPorn in Deutschland vorerst erreichbar. Obwohl die Portale keine wirksame Altersverifikation einsetzen, stehen der deutschen Medienaufsicht offenbar europäische Rechtsvorgaben im Weg. Die Entscheidung wirft die Frage auf, wer den Jugendschutz im Netz durchsetzen kann, wenn Plattformbetreiber ihren Sitz im EU-Ausland haben.
Pornhub und YouPorn: OVG NRW stoppt die Websperren
Wirksame Alterskontrollen beim Aufruf von Pornhub oder YouPorn sucht man in Deutschland vergebens. Ein Klick auf die Bestätigung, mindestens 18 Jahre alt zu sein, reicht bereits aus, um dafür Zugang zu erlangen. Die Landesanstalt für Medien NRW wollte dies nicht länger hinnehmen.
Bereits 2020 ging sie deshalb gegen die Betreiberin von Pornhub und YouPorn, die Aylo Freesites Ltd., vor. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) stellte Verstöße gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag fest und beschloss Maßnahmen gegen die Anbieter. Die Medienaufsicht untersagte dem Unternehmen daraufhin zunächst, pornografische Inhalte ohne vorgeschaltete Alterskontrolle in Deutschland zu verbreiten. Da Zwangsgeldmaßnahmen erfolglos blieben, leitete sie danach Sperrmaßnahmen gegen Internetanbieter ein. Sie verpflichtete die Telekom Deutschland GmbH und Vodafone GmbH im April 2024 dazu, beide Plattformen für Nutzer in Deutschland zu sperren.
Aylo konnte die Blockaden jedoch durch einen Wechsel der Domain umgehen. Pornhub war statt über die .com-Adresse über pornhub.org erreichbar. Damit liefen die Sperren ins Leere. Die Maßnahmen der Zugangsanbieter setzten somit die angeordneten Sperren um, ohne den Zugang zu den Inhalten dauerhaft zu unterbinden. Auch VPN-Dienste und Proxys schränken die Wirksamkeit solcher Websperren ein, da sie sich damit umgehen lassen. Wie wenig die........
